Türkische Ägäis: Reiseziele und Tipps


An der Türkischen Ägäis locken Badebuchten mit kristallklarem, blauem Wasser, ein Hinterland mit Pinienwäldern und Olivenhainen sowie antike Stätten. Die Urlaubsregion im Südwesten der Türkei macht einen schönen Strand-, Aktiv- und Kultururlaub möglich und glänzt dabei im sogar im Winter mit mildem Klima.

Urlaubsorte an der Türkischen Ägäis

Izmir, Kuşadası, Bodrum und Marmaris sind beliebte, an der Türkischen Ägäis gelegene Urlaubsorte. Hier oder in der Nähe liegen die Strände, die euch schöne Stunden im und am östlichen Mittelmeer bereiten. Aber auch Kulturinteressierte kommen auf ihre Kosten. Schaut euch insbesondere an, was die Städte Izmir und Bodrum zu bieten haben und vergesst nicht, die Sehenswürdigkeiten in der Umgebung der Küstenorte zu besuchen.

Izmir

In der mit 4,1 Million Einwohnern drittgrößten Stadt der Türkei, in Izmir, gehört die Agora zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt. Zwar sind von dem antiken Marktplatz nur noch Ruinen übrig, aber mit ein bisschen Vorstellungskraft lässt sich erahnen, wie Händler hier einst ihren Geschäften nachgingen. Eines der Wahrzeichen ist der Uhrturm, der sich, getrennt durch eine Grünanlage, nah am Wasser befindet. Im Han, wie eine Karawanserei auch genannt wird, sind heute auf Touristen ausgerichtete Läden untergebracht und ihr könnt euch beim Bummel durch die Gassen in einem der dortigen Cafés ausruhen. Einen Hauch von Orient bekommt ihr im Kemeraltı Basar mit, wo ihr euch nach einem Mitbringsel für zu Hause umschauen könnt.

Der Uhrturm in Izmir
Der Uhrturm in Izmir

Mit der Hisar Moschee und der St. Polykarp Kirche könnt ihr zwei bedeutende Sakralbauten der Stadt besichtigen. Einen schönen Blick auf die Stadt und das Umland habt ihr von der Plattform des Tarihî Asansör, dem historischen Aufzug, der die unten am Meer gelegenen Stadtteile mit den höher gelegenen verbindet. Schlendert über die Strandpromenade, den Kordon, schaut auf das Meer und nutzt bei Bedarf die Angebote der hier vertretenen Gastronomie. Historisch- und kultursinteressierte Urlauber haben die Möglichkeit, ins Archäologische Museum, ins Museum für Geschichte und Kunst sowie ins Atatürk Museum zu gehen.

Bodrum

In Bodrum gehört ein Abstecher zur Kreuzritterburg St. Peter zum Pflichtprogramm. Von hier aus habt ihr einen guten Blick in die Umgebung und wenn ihr mögt, besucht ihr auf dem Burggelände das Museum für Unterwasserarchäologie. Gleich hinter der Burg könnt ihr die historische Altstadt Bodrums besichtigen. Die kleinen Häuser an den engen Gassen repräsentieren das Fischerdorf, das Bodrum in der Vergangenheit einmal war. Der weiße Anstrich und die blauen Fenster wecken sofort Erinnerungen an Griechenland, dass sich mit der Insel Kos maximal eine Dreiviertelstunde mit der Fähre entfernt befindet. Weil nur bis in eine bestimmte Höhe gebaut werden darf, trifft man in Bodrum auf keine Bettenburgen.

Die Kreuzritterburg St. Peter in Bodrum
Die Kreuzritterburg St. Peter in Bodrum

Eine Nachbildung des Mausoleums von Halikarnassos erinnert an eines der Sieben Weltwunder der Antike. Wie an vielen anderen Orten Kleinasiens stehen auch in Bodrum die Überreste eines aus dem Altertum stammenden Amphitheaters. Aus der Zeit, als Bodrum noch Halikarnassos hieß, ist außerdem noch die Ruine des Myndos-Tors übrig geblieben. Wer abends nach dem Kulturprogramm noch ausgehen möchte, hätte sich keinen besseren Ort an der Türkischen Ägäis als Bodrum aussuchen können. Es ist quasi das Epizentrum dafür. Glüht in der Straße Cumhuriyet Caddesi vor, bevor es in einen der Clubs zum Tanzen geht.

Kuşadası, Çeşme & Marmaris

Urlaubsorte, die weniger mit historischen Bauten aus längst vergangenen Zeiten, sondern mit ihren für Touristen attraktiven Angeboten glänzen, wie den Stränden, stellen Kuşadası, Çeşme & Marmaris dar. Kuşadası befindet sich recht mittig zwischen Izmir und Bodrum. Lasst euch dort durch den Jachthafen treiben und schaut Kreuzfahrtschiffen beim Ein- und Auslaufen zu. Das Stadtzentrum ist Fußgängerzone, so dass ihr ungestört durch die Straßen gehen könnt. Zu den Sehenswürdigkeiten Kuşadasıs zählt die Burg auf der der Küste vorgelagerten Taubeninsel, die über einen Damm erreichbar ist. Am Hafen steht ein Denkmal zu Ehren des Republikgründers Kemal Atatürk. Habt ihr abends nach dem Sightseeing noch Elan, die Nacht zum Tag zu machen, habt ihr in den Bars und Diskos der Hafenstadt die Möglichkeit dazu. Das gilt im Übrigen auch für Çeşme.

Die Taubeninsel mit Burg in Kuşadası
Die Taubeninsel mit Burg in Kuşadası

Çeşme befindet sich etwa auf der Höhe von Izmir auf einer gleichnamigen Halbinsel. Zu den Sehenswürdigkeiten des Ortes gehört eine von Genuesen im 14. Jahrhundert und später von den Osmanen ausgebaute Festung am Hafen. Mit der Ayios-Haralambos-Kirche steht ein von Griechen im 19. Jahrhundert errichtetes Gotteshaus in Çeşme. Auffällig sind die in der Stadt verteilten Brunnen, von der das Küstenstädtchen seinen Namen (Çeşme = Brunnen) hat. Gegenüber von Çeşme und mit der Fähre schnell erreichbar liegt die griechische Ägäisinsel Chios.

Marmaris von oben
Marmaris von oben

Aufgrund eines Erdbebens im Jahr 1958 wurden im Urlaubsort Marmaris viele Gebäude zerstört, die Festung Marmaris Kalesi hingegen blieb weitestgehend verschont. In der hinter der Festung befindliche Altstadt könnt ihr durch Gässchen gehen und dabei auf die unter Denkmalschutz stehenden Häuser blicken. Die Nachtschwärmer unter euch kommen gleichfalls auf ihre Kosten. In der sogenannten Marmaris Bar Street, die parallel zum Hafen verläuft, findet ihr Diskos und Bars. Wenn ihr mögt, könnt ihr mit der Fähre einen Ausflug ins nahegelegene Rhodos machen.

Sehenswürdigkeiten an der Türkischen Ägäis

Außerhalb der Städte und Küstenorte bekommt ihr ebenso antike Sehenswürdigkeiten zu Gesicht. Nicht weit von Kuşadası entfernt trefft ihr auf die Ruinen von Ephesos. Der Tempel der Artemis zählt zu den Sieben Weltwundern der Antike. Über die sogenannte Kuretenstraße ging schon Julius Cäsar. Ein Theater, die Celsus-Bibliothek sowie eine öffentliche Toilette konnten die Jahrhunderte ebenfalls überdauern, wenn auch nicht unbeschadet. In Ephesos befand sich der Sitz des römischen Statthalters der Provinz Asia. Ganz im Süden, wo die Türkische Ägäis in die Türkische Riviera übergeht, befinden sich in Dalyan auch sehenswerte Überbleibsel aus dem Altertum. Steigt ihr zum Theater auf, habt ihr nicht nur die Spielstätte vor euch, sondern könnt auch noch die Blicke über das Delta des Dalyan schweifen lassen. Weitere Ruinen sind ein Römisches Bad und eine Tempelanlage.

Ruinen in Ephesos
Ruinen in Ephesos

Hoch im Norden der Ägäisküste, am westlichen Ende der Dardanellen, könnt ihr die Überreste von Troja sehen. Es gibt zwar vergleichsweise wenig Ruinen, aber wer sich der geschichtlichen Bedeutung des Ortes bewusst ist, für den ist ein Besuch selbstverständlich. Sicher wisst ihr, dass mehrere Schichten von dem Ort ausgegraben wurden. Ihr habt die Möglichkeit, in den Nachbau des Trojanischen Pferdes zu klettern. Vom Artena-Tempel ist noch der Altar zu sehen. Im Ausgrabungshaus gibt es Modelle der Stadt. Auf dem Gelände befindet sich außerdem der Pithos-Garten mit großen Vorratskrügen, in denen Olivenöl, Wein und Getreide gelagert wurden. Zwischen Troja und Izmir liegt übrigens Bergama, wo ihr zwischen den Ruinen der alten griechischen Stadt Pergamon umhergehen könnt.

Strände an der Türkischen Ägäis

Die Türkische Ägäis begeistert Strandurlauber mit ihren häufig romantischen Buchten und der zerklüfteten Küste. Touristen haben die Wahl zwischen Sand- und Kiesstränden. Im Hintergrund türmen sich die Berge des Taurus-Gebirges. Zum Baden werden gerne Orte wie Bodrum, Kuşadası, Çeşme, Mamaramis und das am südöstlichen Ende der Ägäis gelegene Fethiye aufgesucht.

In Bodrum zieht es Wasserratten eher an die umliegenden Strände als an den Stadtstrand. Beliebt ist z. B. der Camel Beach, der aufgrund seines flachen Einstiegs für den Familienurlaub mit kleinen Kindern geeignet ist. Wie der Name andeutet, können Touren auf dem Rücken eines Kamels gebucht werden. Ebenfalls einer großen Beliebtheit erfreut sich der Bitez Beach, wo ihr kostenlos die von den Hotels aufgestellten Liegen und Schirme nutzen könnt. Im Gegenzug wird erwartet, dass ihr etwas zu trinken an den Strandbars bestellt. In Bodrum habt ihr die Wahl von All-Inclusive bis hin zu Boutique Hotels.

Camel Beach bei Bodrum
Camel Beach bei Bodrum

Direkt im Zentrum von Kuşadası könnt ihr es euch am kleinen City Beach neben dem Jachthafen gemütlich machen und dabei auch einen Blick auf Kreuzfahrtschiffe werfen. Nach Istanbul besitzt Kuşadası den zweitgrößten Kreuzfahrthafen in der Türkei. Im Stadtgebiet liegt außerdem der Ladies Beach mit reichlich gastronomischem Angebot. Südlich von Kuşadası könnt ihr euch am 18 km langen Long Beach im Sand niederlassen. Wie am Ladies Beach sind auch hier Clubanlagen vorzufinden und der flache Einstieg ist geeignet, um mit Kindern zu baden.

Çeşme wird auch gerne von Istanbulern und Einwohnern aus Izmir angefahren. Ihnen, wie auch den ausländischen Touristen, hat es insbesondere der Ilica Beach angetan, wo Thermalquellen im Meer für schön warmes Wasser sorgen und nebenbei einen positiven Effekt auf die Gesundheit der Badegäste haben. Nicht minder praktisch ist der flach abfallende Strand, was einen Aufenthalt mit der Familie attraktiv macht. Der Wind lockt Segler und Surfer an.

Der Ölüdeniz Beach mit Blauer Lagune
Der Ölüdeniz Beach mit Blauer Lagune

In Marmaris könnt ihr es euch am Stadtstrand oder den angrenzenden Stränden mit ihrem touristisch reichhaltigen Angebot gut gehen lassen. Gastronomie und Wassersportmöglichkeiten in Form von Segeln, Tauchen, Banana-Boot und Kite-Surfen sind vorhanden. Mögt ihr es etwas gehobener, findet ihr am Stadtrand 5-Sterne-Hotels mit Privatstrand. Wer sich für Fethiye entscheidet, badet am Calis Beach. Eine Strandpromenade trennt den Sandstrand von den Unterkünften. Der Ölüdeniz Beach südlich von Fethiye ist ein besonders schöner Strand an der Türkischen Ägäis. Er wird gerne wegen der hinter ihm befindlichen Blauen Lagune aufgesucht.

Aktivurlaub an der Türkischen Riviera

Außer am Strand zu liegen und die Sehenswürdigkeiten in den Küstenstädten und im Hinterland zu besuchen, könnt ihr an der Türkischen Ägäis auch gut Aktivurlaub machen. Für Wind- und Kitesurfer sowie Segler eignet sich beispielsweise der Ilica Beach östlich von Çeşme. Als Segler findet ihr zudem im Golf von Gökova gute Bedingungen vor. Schnorchler und Taucher kommen an den Stränden bei Bodrum auf ihre Kosten. Bei einer Sichtweite von 30 bis 40 m begegnet ihr neben Zackenbarschen und Stachelmarkrelen noch Muränen und Oktopussen, um nur ein paar Meeresbewohner zu nennen. Direkt vor Bodrum befinden sich das sogenannte „Big Reef“ und „Smal Reef“. Die Natur- und Wanderfreunde unter euch können im Dilek Nationalpark die Artenvielfalt auf der gleichnamigen Halbinsel bestaunen. Verantwortlich dafür sind das klare Wasser, der fruchtbare Boden und die für Temperaturunterschiede sorgenden Berge.

Strand im Dilek Nationalpark
Strand im Dilek Nationalpark

Essen an der Türkischen Ägäis

Wie nicht weiter verwunderlich, stammt ein großer Teil der zubereiteten Speisen aus dem Meer. Ein gern gegessener Fisch ist der çupra (Goldbrasse), vor allem, wenn er gegrillt ist. Tintenfischsalat (ahtapot salatası) wird an der Türkischen Ägäis ebenfalls serviert. Bei Fleisch findet Lamm oft Verwendung, beispielsweise in Form von Kotelettes (pirzola), Spießen (çöp şiş) oder Hackfleischbällchen (köfte). Börek mit Hackfleisch-, Spinat- oder Käsefüllung, dass ihr aus den Dönerläden in Deutschland kennt, bekommt ihr ebenso. Wer sich von euch fleischlos ernährt, kann z. B. Artischocken mit Bohnen (zeytinyağlı enginar) oder Kidneybohnen mit Möhren (barbunya pilaki) essen. Reis mit Yoghurt oder Ayran sind weitere Möglichkeiten für Vegetarier, satt zu werden. Als Vorspeisen werden u. a. Auberginensalat (patlıcan salata) und gewürzte Tomatenpaste (acı sos) gereicht. Wer mag, trinkt einen Raki zum Essen. Wollt ihr eine süße Nachspeise, könnt ihr Baklava essen.

Die Köfte genannten Hackfleischbällchen
Die Köfte genannten Hackfleischbällchen

Beste Reisezeit für die Türkische Ägäis

Für einen Badeurlaub macht ihr euch am besten in der Zeit von Juni bis September auf den Weg an die Türkische Ägäis. Das Mittelmeer ist dann 22 bis 25 Grad warm und es regnet so gut wie nicht. Die Tagestemperaturen bewegen sich innerhalb der vier Monate zwischen 18 und 32 Grad. Wollt ihr Geld sparen, nutzt ihr die Nebensaison im April, Mai und Oktober. Die Wassertemperatur beträgt dann 19, 20 bzw. 22 Grad und tagsüber lässt es sich draußen gut aushalten. Nachts ist es hingegen etwas kühler. Die Nebensaison sowie die bisher nicht genannten Monate eignen sich aufgrund des milden Klimas auch gut für Kultururlaub, erreicht das Thermometer doch selbst im Januar bis zu 13 Grad. Allerdings fällt zwischen November und März erheblich mehr Regen als sonst.

Ihr habt die Türkische Ägäis bereits zu schätzen gelernt und wollt etwas Neues ausprobieren? Lest hier, was die Türkische Riviera ausmacht.

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