Vermont in den USA erleben


Der ländliche Bundesstaat Vermont im Nordosten der USA ist nicht umsonst auch unter dem Namen „Green Mountain State“ bekannt. Hier findet ihr eine einzigartige Landschaft aus wunderschönen Waldgebieten, malerischen Bergen und historisch geprägten Orten.

Überblick

Das neuenglische Vermont zeigt: Auch flächenmäßig kleine US-Bundesstaaten versprühen großen Charme und laden zum Verweilen ein. In dem Gebiet, das zu knapp 70 Prozent von dichten Wäldern bedeckt ist, leben etwa 643.000 Einwohner. Das Laub der Bäume erstrahlt im Herbst in leuchtenden Farben, was eine perfekte Umgebung für Wanderungen, Radtouren, Wassersportarten und andere Aktivitäten bietet. Die historischen Dörfer sind reich an Kunstgalerien, Museen und Handwerksbetrieben, die Einblicke in die lokale Kultur und Geschichte bieten. Vermont überzeugt dabei insbesondere mit Städten wie Burlington und Montpellier sowie mit charmanten Ortschaften wie Manchester oder Stowe.

Vermont USA Landschaft
Typische Landschaft in Vermont

Städte und Dörfer

Die Orte Vermonts erfreuen sich eines historischen Charmes und natürlicher Schönheit. Im Folgenden möchten wir euch einige davon vorstellen.

Burlington

Die Stadt liegt zwischen dem Lake Champlain und den Adirondack Mountains. Mit fast 45.000 Einwohnern ist sie die bevölkerungsreichste ihrer Art im Bundesstaat. Burlington besticht besonders durch seine Lebendigkeit, die kulturelle Vielfalt sowie Nähe zur Natur. Auf der Main Street, die vom Ufer des Sees bis zur Universität von Burlington reicht, könnt ihr Gebäude aus dem 19. Jahrhundert bestaunen. Sehenswert ist auch das ECHO Leahy Center am Lake Champlain, ein interaktives Wissenschaftsmuseum für Groß und Klein. Der 30 Autominuten von Burlington entfernte Mount Philo State Park bietet eine große Auswahl an Wanderwegen unterschiedlicher Schwierigkeitsstufen, die einen Kontrast zu den Straßen der Stadt darstellen.

Vermont Burlington
Blick auf die First Unitarian Church in Burlington

Montpelier

Willkommen in der kleinsten Hauptstadt aller US-Bundesstaaten! Inmitten der Hügellandschaft und bewaldeten Täler Vermonts bietet sie eine Menge an Aktivitäten im Freien. Besucher können im Hubbard-Park auf Erkundungstour gehen und vom zugehörigen Tower den Ausblick auf den Mount Mansfield genießen. Im Zentrum stöbert ihr in Bücher-, Schallplatten- und Antiquitätenläden und habt vielleicht das Glück, ein passendes Souvenir zu finden. Während das North Branch Nature Center Kindern mit Naturpfaden und Lehrprogrammen eine interaktive Erfahrung in der Natur bereitet, erzählt euch das Vermont Historical Society Museum alles über die Entstehung des Bundesstaates. Nur wenige Minuten zu Fuß entfernt trefft ihr auf das State House: Ein beeindruckendes Gebäude, in dem die Regierung Vermonts ihren Sitz hat. Nach der Besichtigung der Sehenswürdigkeiten lädt das Ufer des Winooski Rivers zum Verweilen ein.

Vermont Montpelier
Die Hauptstadt von Vermont

Manchester

Nicht nur in Großbritannien gibt es eine Stadt mit dem Namen Manchester. In den Green Mountains liegt ein amerikanisches Örtchen gleichen Namens und lädt seine Besucher zu allerlei Aktivitäten ein: Hier könnt ihr von Wandern über Rad- bis hin zu Skifahren im Winter alles unternehmen. Das historische Zentrum heißt euch ebenfalls mit vielen Geschäften, Restaurants und Galerien willkommen. Das Besondere der Gegend: In Manchester lebte einst der Sohn von Abraham Lincoln, dem 16. Präsidenten der Vereinigten Staaten. Die am Anfang des 20. Jahrhunderts erbaute Villa können Interessierte heute besichtigen und die US-amerikanische Geschichte und die Werte des Politikers kennenlernen.

Stowe

Das alte Bergdorf, gegründet im Jahr 1763, liegt zwischen dem Mount Mansfield State Forest und dem C.C. Putnam State Forest. Nicht ohne Grund wird es im Winter die „Skihauptstadt des Ostens“ genannt – hier stehen euch auf einer Gesamtfläche von 200 Hektar etwa 116 Pisten für den Skispaß zur Verfügung. Die Ortschaft hat jedoch auch außerhalb der Schneesaison eine Menge zu bieten: Auf dem Stowe Recreation Path könnt ihr euch so richtig verausgaben – egal, ob mit Inlinern, dem Rad oder zu Fuß. Bewegung kommt hier nicht zu kurz. Eine zehnminütige Autofahrt vom Stadtzentrum entfernt liegt die Hollow Cider Mill. Hier könnt ihr nicht nur selbstgemachte Lebensmittel kaufen, sondern direkt dabei zusehen, wie Äpfel zu Saft gepresst werden.

Stowe
Der Skiort Stowe

Sehenswürdigkeiten

Wenn ihr in Vermont vielen Sehenswürdigkeiten begegnen möchtet, solltet ihr auf Folgende bei eurer Reise nicht verzichten.

Vermont State House

Wie bereits erwähnt ist das Vermont State House in Montpelier definitiv einen Besuch wert, denn in diesem Gebäude hat die Regierung des Bundesstaates ihren Hauptsitz. Das Bauwerk zählt zu den am besten erhaltenen von Vermont. Die einzelnen Ratskammern verfügen über ihr früheres Interieur und werden noch aktiv genutzt. Zudem beherbergt das Haus einige Kunstwerke. Bei eurem Besuch könnt ihr einen Blick in das Büro des Gouverneurs, den Empfangssaal des Cedar Creek, die Halle der Inschriften sowie die Ratskammern werfen. Auf dem Dach des State House glänzt die goldene Kuppel, die ihr schon von weitem erblickt. Prüft vor einem Besuch, zu welchen Zeiten das Gebäude geöffnet ist. Gut zu wissen: Im Sommer finden auf dem Rasen vor dem State House das Green Mountain Film Festival und Konzerte statt.

Vermont State House
Das Vermont State House von vorne

Quechee Gorge

Die Quechee Gorge liegt im Osten des Bundesstaats an der Grenze zu New Hampshire, genauer gesagt in der Nähe von Hartford. Sie ist ein atemberaubendes Wunder der Natur, deren Anblick euch sicherlich verzaubern wird. Entstanden ist die Schlucht vor ungefähr 13.000 Jahren durch Gletscheraktivitäten. Sie ist der zentrale Punkt des State Parks. Die Wasserfälle sowie ein Mühlenteich wurden bereits im 19. Jahrhundert zur Energieerzeugung für eine Wollfabrik genutzt. Über mehrere Wanderwege mit verschiedenen Schwierigkeitsstufen könnt ihr das Gebiet erkunden, einen Blick auf den Ottauquechee River werfen und euch von der wunderschönen Natur überzeugen.

Quechee Gorge
Eine Brücke über der Quechee Gorge

Mount Mansfield

Mit 1.339 Metern ist er der höchste Berg in Vermont. Sein Kamm ist dafür bekannt, dem Gesicht eines Mannes, der in den Himmel sieht, zu ähneln. Die Nasen- sowie Kinnpartie sind dabei die Punkte mit dem größten Wiedererkennungswert. Beide erfreuen sich das ganze Jahr über großer Beliebtheit, und zwar im Rahmen von Wanderungen oder Skiabenteuern. Im Sommer habt ihr übrigens zwei Möglichkeiten, auf den Gipfel des Mount Mansfield zu gelangen – entweder über die Auto-Mautstraße oder die SkyRide-Gondel. Die gebührenpflichtige Straße wurde im Jahre 1870 für Pferdekutschen gebaut, um die Gäste auf die Anhöhe zu bringen. Mit dem Auto seid ihr innerhalb von 20 Minuten an der Spitze und könnt auf fast 4.000 Metern Höhe parken. Alternativ bringt euch eine Gondel der Seilbahn ganz einfach vom Tal bis an die Spitze.

Mount Mansfield
Der höchste Berg der Green Mountains

Hildene House

Das Hildene House ist die ehemalige Sommerresidenz der Familie Lincoln. Die im 20. Jahrhundert im Kolonialstil erbaute Villa gehörte dem Sohn des früheren Präsidenten der Vereinigten Staaten, Abraham Lincoln, und dessen Frau. Heute könnt ihr dort durch die Gärten gehen, den Ziegenhof besuchen und Einblicke in das Leben der Familie erhalten. Schaut die Räumlichkeiten an und lasst euch durch die originalgetreue Einrichtung in das damalige Leben zurückversetzen. Durch die familienfreundlichen Aktivitäten, wie beispielsweise interaktive Touren über das Anwesen, saisonale Veranstaltungen und Workshops sind auch Kinder willkommen, um in die Geschichte des geschichtsträchtigen Wohnhauses einzutauchen.

Aktivitäten

Vermont bietet euch eine schier unendliche Auswahl an Unternehmungen, die eine Mischung aus spannenden Entdeckungstouren und ruhigen Stunden sind.

Wandern in den Green Mountains

Sie sind die höchste Gebirgskette in Vermont und alleine deswegen schon einen Besuch wert. Die Berge erstrecken sich über eine Fläche von 1.615 Quadratkilometern. Neben Wandern im Sommer könnt ihr hier im Winter Skilanglauf betreiben. Ein Teil der Green Mountains gehört zu einem Nationalpark, der aus zwei voneinander getrennten Zonen besteht, und zwar aus einer nördlichen im Zentrum Vermonts und einer südlichen im Südwesten des Bundesstaates. Eine besonders beliebte Gegend zum Wandern ist die Grout Pond Recreation Area. Hier könnt ihr auf insgesamt mehr als 16 Kilometer langen Strecken die Wälder durchstreifen. Im „Indian Summer“, wenn sich die Blätter langsam gelb, rot und braun verfärben, solltet ihr unbedingt zum Aussichtspunkt Big Branch Overlook aufbrechen, um den tollen Ausblick genießen zu können. Vergesst die Kamera nicht!

Vermont Green Mountains
Eine Wanderung in den Green Mountains unternehmen

Bootstour auf dem Lake Chamberlain

Bei einer Bootstour über den Lake Chamberlain könnt ihr so richtig die Seele baumeln lassen und die Ruhe der Natur genießen. So erhaltet ihr einen ganz anderen Blickwinkel auf die überwältigende Flora Vermonts. Besonders im Herbst bietet sich euch hier ein Schauspiel der besonderen Art, wenn am Ufer die Blätter der Bäume ihr Grün verlieren und die bereits oben beschriebenen Farben annehmen. In dem circa 180 km langen und bis zu 19 km breiten See befinden sich zudem etwa 80 Inseln. Auf dem Grund liegen Schiffswracks aus vergangenen Zeiten – vielleicht könnt ihr einen Blick auf eines erhaschen?

Vermont Lake Champlain
Unterwegs auf dem Lake Champlain

Shelburne Museum besuchen

Das Museum im gleichnamigen Ort Shelburne ist ein Erlebnis der besonderen Art: Hier vereinen sich historische Gebäude, Kunstwerke und andere Gegenstände aus unterschiedlichen Epochen sowie Regionen des Landes. Die wechselnden Ausstellungen bieten den Besuchern ein buntes Portfolio verschiedener Themen. Prüft vor einem geplanten Besuch, ob das Geschichts- und Kunstmuseum geöffnet hat, damit ihr nicht aus Versehen vor geschlossenen Türen steht.

Skifahren im Winter

Wie bereits erwähnt, hat Vermont dank seiner Gebirgskette wunderbare Möglichkeiten zum Skifahren. Ihr könnt euch auf insgesamt 894 Pistenkilometer mit 170 über den Bundesstaat verteilten Lifte freuen. Im Skigebiet Killington sind es zusammengerechnet knapp 118 Kilometer Winterspaß auf einer Höhe von bis zu 1.293 Metern. Auch Langlaufen, Schneeschuhwandern, Schneemobilfahren und andere Winteraktivitäten sind möglich. Ihr solltet euch auf teilweise frostige Temperaturen gefasst machen und die richtige Ausrüstung einpacken beziehungsweise leihen.

Skigebiet Killington
Skifahren in Killington

Reise-Infos

Damit ihr mit wundervollen Erinnerungen aus dem Urlaub in Vermont zurückkommt, haben wir wichtige Tipps für eure baldige Reise zusammengestellt.

Ideale Reisezeit und Reisedauer

Die beste Chance auf gutes Wetter habt ihr von Mai bis September mit einer durchschnittlichen Tageshöchsttemperatur von etwa 28 Grad Celsius im Juli. In diesen fünf Monaten könnt euch viel an der frischen Luft aufhalten. Besonders beliebt als Reisezeit ist auch der Herbst, wenn der „Indian Summer“ seinen Zauber verbreitet. Wer dagegen lieber bei Schnee in Vermont sein möchte, sollte seinen Urlaub zwischen Dezember und März antreten. Die durchschnittliche Tagestiefsttemperatur für den Januar beträgt -14 Grad Celsius. In manchen Gegenden Vermonts liegt der Schnee in der kalten Jahreszeit bis zu sechs Meter hoch.

Wegen der langen Flugzeit und der Fülle an Aktivitäten empfehlen wir einen Aufenthalt von mindestens ein bis zwei Wochen.

Reisevorbereitung

Zusätzlich zum Reisepass müssen deutsche Staatsangehörige ein Visum haben oder die elektronische Reisegenehmigung ESTA vor der Einreise in die Vereinigten Staaten beantragt haben. Wichtig: Wer nur einen vorläufigen Reisepass hat, darf lediglich mit einem Visum einreisen, denn eine ESTA wird nicht akzeptiert. Diese Regelung gilt ebenso für Kinderreisepässe. Alle Dokumente müssen für den gesamten Zeitraum des Aufenthaltes – inklusive Ausreisetag – Gültigkeit haben.

Je nach Fluggesellschaft können zusätzliche Unterlagen gefordert werden. Darüber solltet ihr euch rechtzeitig informieren.

Sprache und Verständigung

Wer seine Englischkenntnisse noch einmal auffrischen will oder generell üben möchte, ist hier goldrichtig. Da in Vermont amerikanisches Englisch gesprochen wird, müsst ihr euch gegebenenfalls ein wenig an die Aussprache gewöhnen. Sobald das geschafft ist, habt ihr in der Kommunikation keine Probleme. Dennoch schadet es sicher nicht, ein Lexikon oder eine Reise-App dabei zu haben.

Anreise und Fortbewegung vor Ort

Burlington hat zwar einen eigenen internationalen Flughafen, dieser wird jedoch von Deutschland aus nicht direkt angeflogen. Daher müsst ihr einen Zwischenstopp in New York, Washington oder einer anderen Großstadt einplanen, um den örtlichen Flughafen zu erreichen.

In Vermont verbinden Busse die größeren Städte, allerdings seid ihr damit relativ lange unterwegs. Daher empfehlen wir: Mietet euch für den Urlaub ein Auto.

Essen und Spezialitäten

Bezüglich der Essenskultur lässt sich sagen, das gerne frisch und regional gekocht wird. Die Produkte der Milch-, Obst- und Gemüsebauern, die sich in den Tälern Vermonts niedergelassen haben, werden in den lokalen Gaststätten, den „Farm-to-table“-Restaurants, weiterverarbeitet.

Der kleine Staat ist außerdem Vorreiter in Sachen regionaler Produktion. Das ist unter anderem an den vielen preisgekrönten Käseherstellern erkennbar. Bei einem Besuch Vermonts solltet ihr unbedingt ein Maple Creemee, ein besonders cremiges Softeis aus lokalem Ahornsirup, probieren. Auch die vielen Cider- und Craftbeer-Brauereien sind nicht zu vergessen und definitiv einen Abstecher oder Probierschluck wert.

Hotels und Unterkünfte

Auch die Übernachtungsmöglichkeiten in Vermont sind vielseitig. Von romantischen, kleinen Apartments über Hotels bis hin zu großen Lodges habt ihr die Auswahl. Je nach Budget sollte die Reise in die Vereinigten Staaten früh genug geplant und gebucht werden, so könnt ihr vielleicht das eine oder andere Schnäppchen landen!

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