Großbritannien: Regeln für die Einreise


Wer Großbritannien besuchen möchte, benötigt für die Einreise einen Reisepass. Bis zum EU-Austritt des Landes war dies noch mit dem Personalausweis möglich. Nach und nach kommt für verschiedene Länder zusätzlich die Auflage hinzu, für die Einreise eine elektronische Einreisegenehmigung (ETA) beantragen zu müssen. Erfahrt hier mehr darüber!

Überblick

Ein spontaner Städtetrip nach London, ein Ausflug an die maritime Küste von Brighton oder ein gemütlicher Bummel am freien Wochenende durch Manchester: All das’ konnte früher bei Bedarf kurz vor knapp realisiert werden, als Großbritannien noch ein Teil der EU war. Als deutsche Staatsbürger musstet ihr euch vor der Anreise nur darum kümmern, den Personalausweis im Gepäck zu haben. Seit dem Austritt Großbritanniens aus der EU ist alles ein wenig aufwendiger geworden. Ihr benötigt seither für die Einreise einen gültigen Reisepass. Je nach Bundesland sind mehrere Tage bis Wochen Geduld erforderlich, bis der Antrag für den Reisepass stattgegeben wird und dieser als „fertiges Dokument“ bei euch landet. Deshalb müsst ihr bei einer Reise nach Großbritannien jetzt deutlich früher planen, sofern ihr noch keinen Reisepass besitzt.

Tower Brigde Wolkenkratzer London
Zum Städtetrip nach London

Hinzu kommt die stufenweise Einführung des ETA-Verfahrens, mit dem schon Länder wie Kanada und Australien haushalten. Diese elektronische Einreisegenehmigung ist zusätzlich zum gültigen Reisepass erforderlich. Seit Herbst 2023 sind Reisende aus dem Land Katar betroffen, seit Februar 2024 Länder wie die Vereinigten Arabischen Emirate und Kuwait. Ab Ende 2024 wird es wahrscheinlich sämtliche Reisende aus der EU und somit auch aus Deutschland betreffen.

Planung der Einreise

Die Organisation der Einreise ist durch die neuen Bedingungen für deutsche Urlauber und andere EU-Bürger mit mehr Aufwand verbunden. Wer noch keinen Reisepass hat, sollte mindestens zwei Wochen im Vorfeld mit der Beschaffung der Dokumente starten. Je nach Bundesland dauert die Bearbeitung des Reisepasses bis zu zehn Wochen. Für die ETA-Genehmigung sollten weitere drei Tage eingeplant werden.

Wer auf Nummer sicher gehen will, beginnt logischerweise noch früher mit der Vorbereitung. Alternativ kann zumindest der Reisepass auch durch ein Expressverfahren beschleunigt werden. Im besten Fall ist er nach drei Tagen abholbereit. Aber auch hier solltet ihr sicherheitshalber mit zwei Wochen rechnen.

Wichtig: Um den Reisepass zu beantragen, müsst ihr persönlich im zuständigen Amt erscheinen, während ihr für die Abholung auch eine dritte Person mit einer entsprechenden Vollmacht beauftragen könnt. Für den Antrag braucht ihr die deutsche Staatsbürgerschaft sowie folgende Dokumente:

  • den gültigen Personalausweis als Identitätsnachweis
  • ein biometrisches Passfoto für den Reisepass und
  • gegebenenfalls einen früheren Reisepass
Reisepass Deutschland
Großbritannien: Für die Einreise ist ein Reisepass nötig

Wenn die elektronische Einreisegenehmigung benötigt wird, ist diese mithilfe des Reisepasses online über eine Website oder eine App auf dem Smartphone zu erledigen. Ihr braucht sie ab voraussichtlich Ende 2024, wenn ihr zu urlaubs-, familiären sowie geschäftlichen Zwecken bis zu sechs Monate in Großbritannien sein werdet. Alternativ ist die Genehmigung nötig, wenn ihr durch das Vereinigte Königreich reist, auch ohne britische Grenzkontrollen, oder für drei Monate im sogenannten „Creative Worker Visa Programm“ vor Ort arbeitet.

Gut zu wissen: Sofern ihr einen britischen oder irischen Pass habt oder bereits eine Arbeits- oder Wohnerlaubnis von Großbritannien nachweisen könnt, ist die ETA-Genehmigung nicht erforderlich. Dasselbe gilt auch für Studenten mit entsprechendem Nachweis und für Bürger außerhalb der EU, die statt der Genehmigung ein Visum beantragen müssen.

FAQ

Sicherlich kommen in Bezug auf die neuen Anforderungen, die ab Ende 2024 wohl auch sämtliche EU-Bürger betreffen werden, einige Fragen auf. Diese beantworten wir nachfolgend.

Was ist das ETA-Verfahren?

Wenn ihr schon einmal für den Urlaub oder zum Work and Travel in Kanada oder Australien wart, kennt ihr es bereits: das ETA-Verfahren, das als Abkürzung für Electronic Travel Authorisation („Elektronische Einreisegenehmigung”), steht. Es berechtigt den Antragsteller dazu, sich bis zu drei oder sechs Monaten, je nach Vorhaben und Bedingungen, in Großbritannien aufzuhalten. Wer aus einem visumfreien Land nach England, Schottland und Co. einreisen möchte, wird spätestens Ende 2024 zu diesem Verfahren verpflichtet sein. Als Basis für die ETA dient ein gültiger Reisepass, der nach Antrag mit der Einreisegenehmigung verknüpft wird.

Achtung: Das ETA-Verfahren ersetzt kein Visum, sodass ihr bei der Einreise aus einem Land mit Visumpflicht nach wie vor ein solches benötigt. Auch müssen Kinder und Säuglinge eine eigene Einreisegenehmigung haben, die jedoch natürlich durch eine dritte Person wie die Mutter oder den Vater organisiert werden kann.

Wie unterscheiden sich ETA und ESTA?

ETA oder ESTA: Die Abkürzungen meinen im Grunde ähnliche Verfahren. ESTA ist jedoch auf die Einreise in die USA begrenzt. Der Begriff steht für Electronic System for Travel Authorization, was „Elektronisches System für die Einreisegenehmigung“ heißt.

Die ETA hingegen ist in Ländern wie Kanada, Australien und künftig auch Großbritannien populär. Ein dritter Begriff wird vermutlich ab 2025 hinzukommen: ETIAS, die Einreisegenehmigung für sämtliche Länder, die zur EU gehören. Wer dann aus einem Nicht-EU-Land in ein Land innerhalb der EU reist, muss die ETIAS beantragen. Dieser Begriff ist die Abkürzung von European Travel Information and Authorisation System, was „Europäisches Reiseinformations- und Genehmigungssystem“ bedeutet.

Warum ist die ETA für den Urlaub im UK nötig?

Durch den Brexit ist Großbritannien nicht länger Teil der EU. Wer seither dort im Urlaub war oder Freunde und Verwandte besucht hat, weiß bereits, dass mittlerweile auch für deutsche Staatsbürger ein Reisepass notwendig ist. Das Verfahren ETA kommt hinzu, um die Sicherheit im Land zu erhöhen, da die Regierung vorab durch die Antragsformulare genau weiß, wer britischen Boden betreten möchte, und dies vermehrt überprüfen kann.

Wann kann ich die ETA beantragen?

Es ist möglich, die ETA ab dem Zeitpunkt, an dem es für das jeweilige Herkunftsland verpflichtend ist, zu beantragen. Wer kurzfristig handelt, sollte wissen: Normalerweise besteht für die Einreisegenehmigung eine Wartezeit von drei Tagen. In Ausnahmefällen kann es länger dauern. Wir empfehlen, die ETA zu beantragen, sobald die Reisedaten bekannt sind.

Tipp: Empfehlenswert ist die genaue Überprüfung der eingegebenen Daten, um unnötige Verzögerungen oder sogar eine Ablehnung zu vermeiden. Zahlendreher in der Passnummer verdienen zum Beispiel ein besonderes Augenmerk. Außerdem solltet ihr alle nötigen Dokumente angehangen haben. Bei einer Nachprüfung verzögert sich die ETA-Genehmigung mitunter drastisch und kann im schlimmsten Fall dem gesamten Urlaub einen Strich durch die Rechnung machen.

Mann am Notebook
Die ETA beantragen

Wie lange ist die ETA gültig?

Einmal erteilt, ist die ETA-Genehmigung für eine Person zwei Jahre gültig. Reisen in diesem Zeitraum können ohne einen zusätzlichen Antrag erfolgen; auch mehrere, solange sie am Stück die maximale Dauer von drei beziehungsweise sechs Monaten nicht überschreiten. Eine Ausnahme ergibt sich, wenn der mit der Genehmigung verbundene Reisepass abläuft, denn dann verliert auch die verknüpfte ETA-Genehmigung die Gültigkeit.

Wie weise ich meinen ETA-Status vor Ort nach?

Wer dazu berechtigt ist, kann das ePassport-Gate nach der Ankunft nutzen. Das betrifft in der Regel alle EU-Bürger. Alternativ ist die Genehmigung samt Reisepass für den Abgleich einem Grenzkontrollbeamten in Großbritannien vorzuzeigen.

Welche Voraussetzungen sind für die ETA nötig?

Um die ETA für Großbritannien zu erhalten, wird eine speziell dafür eingerichtete Website über GOV.UK oder eine App verwendet. Die Unterlagen für den Antrag sind die Kopie des gültigen Reisepasses, die Informationen zur Reise selbst und zu dem Reisenden. Letztere umfassen Dinge wie den vollständigen Namen, das Geburtsdatum und die Staatsangehörigkeit. Um die Gebühr für die ETA bezahlen zu können, braucht ihr überdies eine gültige Debit- oder Kreditkarte. Ihr gebt eine E-Mail-Adresse an, an welche die Bestätigung geschickt wird, dass der Antrag erfolgreich übermittelt wurde.

Wie hoch sind die Kosten für die ETA?

Pro Antragsteller wird aktuell eine Gebühr von zehn Pfund Sterling erhoben. Die Zahlung erfolgt mit der Kredit- oder Debitkarte. Bedenkt, dass für den Reisepass eventuell zusätzliche Kosten anfallen, sofern ihr noch keinen besitzt. Diese belaufen sich in der Grundvariante auf 70 Euro für Menschen ab 24 Jahren und auf 37,50 Euro für bis 24-Jährige (Stand: Januar 2024).

Warum wird überhaupt auf die ETA gesetzt?

Letztlich ist alles eine Frage der Sicherheit und eine Anpassung im Zuge der Digitalisierung. Denn mit der ETA-Genehmigung müssen Reisende vorab wichtige Daten mitteilen, sodass die Regierung sieht, wer beabsichtigt, ins Land zu reisen. Die zunehmende Digitalisierung an den Grenzen soll Zeit sparen und ebenfalls die Sicherheit erhöhen. Außerdem kann durch die erhobene Gebühr die Staatskasse aufgefüllt werden. Doch auch, wenn es euch als zusätzlicher Aufwand erscheint, hat die ETA für euch auch ein paar Vorteile. Die Grenzkontrolle geht schneller und ein aufwendigeres Visum wird trotz Brexit umgangen.

Was gilt bei der Einreise per Flieger und Schiff?

Ob Schiff oder Flugzeug, Zug oder Auto im Eurotunnel: Die ETA-Genehmigung gilt für alle Ein- und Durchreisende in Großbritannien. Auch dann, wenn ihr offiziell keine Grenzkontrolle habt.

Flughafen London Heathrow
Per Flugzeug nach Großbritannien einreisen

Wo kann der ETA-Antrag gestellt werden?

Über die Website GOV.UK wird der Antrag übermittelt. Alternativ könnt ihr die App UK ETA herunterladen und dort alles abwickeln.

Kann ich die ETA für andere Bürger beantragen?

Ja, das ist möglich und bei Kindern oder Säuglingen sogar erforderlich. Jeder Mitreisende, unabhängig von seinem Alter, bedarf im Übrigen einer eigenen Genehmigung.

Wann erfahre ich, ob der Antrag bewilligt wurde?

Als Faustregel gilt: Binnen drei Werktagen wisst ihr, ob der Antrag genehmigt wurde. Falls Daten im Formular fehlen oder fehlerhaft eingetragen wurden, dauert es manchmal länger. Das gilt auch für nötige Überprüfungen externer Dateien. Eventuell müsst ihr Dokumente nachsenden oder der Antrag wird zunächst abgelehnt und muss neu aufgesetzt werden.

Wie vermeide ich Fehler?

Eine sorgfältige Überprüfung der angegebenen Daten vermeidet Fehler, spart Ärger und sorgt im Idealfall für eine schnelle Bearbeitung. Nehmt euch daher genug Zeit für den Antrag und lasst im Zweifel eine andere Person darüber schauen.

Ist die Einreise nach positivem Bescheid möglich?

Was viele nicht wissen: Ein positiver ETA-Bescheid bedeutet noch lange nicht, dass ihr auf jeden Fall nach Großbritannien einreisen dürft. Bei berechtigten Gründen dürft ihr bei der britischen Passkontrolle weiterhin abgewiesen werden. Achtet deswegen unbedingt darauf, den gültigen Reisepass dabei zu haben, mit dem die Daten bei Bedarf abgeglichen werden.

Wann wird die ETA abgelehnt?

Normalerweise müsst ihr euch keine Sorgen um den Urlaub in Großbritannien machen, denn der Großteil der ETA-Anträge wird ohne Weiteres genehmigt. Anders sieht es aus, sofern die Regierung vermutet, dass von dem Reisenden eine konkrete Gefahr für das Land ausgeht. In der Realität erfolgen die meisten Ablehnungen jedoch tatsächlich aus dem Grund, dass im Antragsformular ein Fehler aufgetreten ist oder ein Dokument fehlt. Übliche Vertipper betreffen die Reisepassnummer. Solltet ihr von einer solchen Situation betroffen sein, könnt ihr die ETA aber einfach erneut beantragen.

Visumspflicht statt ETA - für wen gilt sie?

Ihr könnt keine ETA beantragen beziehungsweise auf diese „ausweichen“, wenn ihr aus einem visumspflichtigen Land stammt. Dazu gehören Stand Januar 2024 unter anderem Bosnien und Herzegowina, der Vatikan, der Kosovo, die Türkei und die Ukraine. Sofern ihr nur über einen Pass dieser Länder verfügt, muss  ein Visum für Großbritannien beantragt werden.

Werde ich an der Grenze kontrolliert?

Ja, eine Passkontrolle ist für alle nötig, die nicht das ePassport-Gate nutzen können. Das Gate ist in der Regel für britische Staatsbürger, EU-Bürger und Menschen aus dem Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) verwendbar. Auch Personen aus der Schweiz können mit ihren biometrischen Pässen die ePassport-Gates passieren. Bedenkt, dass ihr bei der Grenzkontrolle trotz positivem ETA-Bescheid nach wie vor abgewiesen werden könnt. Es ist wichtig, sich entsprechend zu verhalten.

Gibt es weitere Bedingungen für die Einreise?

Bei manchen Ländern werden bestimmte Impfungen empfohlen oder sogar vorgeschrieben. Dies ist bei Großbritannien jedoch nicht der Fall. In Bezug auf die Wareneinfuhr sind Waren für den persönlichen Gebrauch zollfrei. In puncto Genussmitteln gelten Höchstmengen von 200 Zigaretten oder 50 Zigarren sowie 16 Liter Bier oder vier Liter Wein pro Person. Solltet ihr Wertgegenstände mit euch führen, schreibt ihr diese auf und lasst die Erklärung vom Zoll beglaubigen.

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