Die Slowakei als Reiseland


Die Slowakei beeindruckt mit romantischen Schlössern, nostalgischen Städten und traditionellen Dörfern. Klar im Fokus liegt aber die vielseitige Natur, die insbesondere durch die Landschaft der Hohen Tatra geprägt wird. Freut euch auf viel Kultur und Aktivitäten unter freiem Himmel!

Überblick

Italien, Spanien, Frankreich – viele europäische Länder gehören zu den absoluten Lieblingszielen der Deutschen. Doch eines wird selten genannt: die Slowakei. Daher hat es eher den Charakter eines Geheimtipps unter den Reiseländern in Europa eingenommen. Schade eigentlich – und auch wieder nicht, denn so könnt ihr die Schönheiten von Städten wie Bratislava und Košice in aller Ruhe entdecken. Und besonders die Naturziele wie die Hohe Tatra und die insgesamt neun Nationalparks versprechen eine beruhigende Stille. Ganz egal, ob nun beim gemütlichen Spaziergang, der ambitionierten Wanderung, aufregenden Klettertour oder dem Skiurlaub. Auch die Fakten zum Land passen zu Ruhesuchenden und Freunden eines besinnlichen Urlaubs: Mit etwa 50.000 Quadratkilometern Fläche und nicht ganz 5,5 Millionen Einwohnern ist die Slowakei vergleichsweise überschaubar. Langeweile im Urlaub gibt es aber trotzdem nicht!

Orte

Die bekannteste Stadt in der Slowakei ist ihre Hauptstadt Bratislava. Doch auch in anderen Regionen warten Highlights auf Kulturhungrige und Erkundungsfreudige, die einen tollen und spannenden Urlaub garantieren.

Bratislava

Im Südwesten der Slowakei befindet sich die Hauptstadt Bratislava. Obwohl der gleichnamige Verwaltungsbezirk der kleinste der Slowakei ist, zählt er sicherlich zu den Berühmtesten. Die Stadt an der Donau liegt nur einen Wimpernschlag von Österreich und Ungarn entfernt, die kulturellen Einflüsse sind überall spürbar. Es gibt historische Sehenswürdigkeiten wie die Burg Bratislava, die wir später noch genauer vorstellen, aber auch Modernes. Vielleicht habt ihr Glück und reist zu einer der wiederkehrenden Ausstellungen, musikalischen Veranstaltungen oder Wissenschaftsmessen an, die euch sofort in ihren Bann ziehen werden.

Košice

Die Stadt Košice dürfte nach Bratislava die bekannteste des Landes sein. Im Deutschen heißt sie „Kaschau“. Während Bratislava von der Nähe zu Österreich und Ungarn profitiert, ist Košice eher in der Nähe von Polen und der Ukraine zu finden. Die Stadt mit der größten Kirche der Slowakei, auf die wir gleich noch einen detaillierten Blick werfen werden, gilt wie Bratislava (deutsch Pressburg) als Tipp für historisch interessierte Besucher. Der im Jahr 2013 zur Kulturhauptstadt Europas ernannte Ort begeistert mit mittelalterlichen Gebäuden und dem Charme eines Freilichtmuseums, das sich größtenteils zu Fuß entdecken lässt.

Staatstheater in Kosice
Das Staatstheater in Košice

Banská Bystrica

In der Mitte der Slowakei ist der Verwaltungsbezirk Banská Bystrica mit der gleichnamigen Stadt gelegen, einem erneuten Kulturzentrum des Landes. In der Fußgängerzone im Zentrum könnt ihr gemütlich bummeln und die aus den vergangenen Jahrhunderten stammenden Gebäude und Bauwerke sowie eine Turmuhr besichtigen. Banská Bystrica insgesamt macht aber auch durch seine Natur von sich reden. Mutige steigen in der natürlichen Umgebung in die geheimnisvollen Höhlen ab, welche die Kulisse der Mittelslowakei immer wieder prägen.

Banska Bystrica
Banská Bystrica aus der Vogelperspektive

Banská Stiavnica

Dieses Gebiet wird dominiert von der Bergbaustadt gleichen Namens, welche die Älteste in der Slowakei markiert. Schlendert zwischen den rund 360 Bauwerken umher, die teilweise aus dem 13. Jahrhundert stammen – wie das Alte Schloss mit dem Bergbaumuseum. Die historischen Gebäude der Stadt stehen unter Denkmalschutz und entführen euch im Nu in vergangene Zeiten.

Banska Stiavnica
Luftbild von Banská Stiavnica

Tatra-Nationalpark

Die Hohe Tatra ist eines der kleinsten Hochgebirge weltweit. Auf nur 340 Quadratkilometern haben sich steile Gipfel zusammengefunden, die ein alpines Flair versprühen. Sie befinden sich sowohl auf dem Gebiet der Slowakei als auch im Nachbarland Polen. Der höchste Punkt ist mit über 2.600 Metern die Gerlsdorfer Spitze. Die Hohe Tatra gehört wie die Belaer Tatra und die Westtatra zum Tatra-Nationalpark, dem ältesten Nationalpark in der ganzen Slowakei. Der Großteil des Parks ist bewaldet und lädt dank schattenspendender Bäume auch an heißen Tagen zu Wanderungen ein. Die Chance ist groß, die einheimische Fauna wie Gämse, Steinadler, Braunbären oder Wölfe zu sehen. Seit 1992 gehört der Nationalpark zu den UNESCO-Biosphärenreservaten.

Tipp: Es gibt noch acht weitere Nationalparks, welche die Slowakei zum Naturparadies machen!

Tatra-Nationalpark
Ein See im Tatra-Nationalpark

Sehenswürdigkeiten

Die Regionen und Städte selbst haben bereits ihre Must-sees, die auf die Reiseliste gehören. Dennoch empfehlen wir genauere Blicke auf die Burg Bratislava und den Dom in Košice. Weiterhin haben wir uns im Umland auf die Suche nach Sehenswürdigkeiten gemacht – und sind fündig geworden.

Burg Bratislava

Mit der Burg Bratislava hat sich die gleichnamige slowakische Hauptstad ein unübersehbares Wahrzeichen geschaffen. Sie ragt über der Donaustadt imposant in die Höhe und stammt in Teilen noch aus dem 13. Jahrhundert. Allerdings fügte ihr 1811 ein Brand nachhaltigen Schaden zu und erst der Wiederaufbau viele Jahre später verhalf ihr zum alten Glanz zurück. Je nach Witterung könnt ihr von der Burg aus bis zu den Alpen im benachbarten Österreich schauen – doch auch mit etwas weniger Glück ist die Aussicht von der Burg Bratislava aus definitiv ein Grund, sie zu besuchen!

Burg Bratislava
Burg Bratislava an der Donau

Dom der Heiligen Elisabeth in Kosice

Er ist das wohl schönste und größte Gotteshaus der Slowakei: der Dom der Heiligen Elisabeth in der Stadt Košice, dessen Bau im 14. Jahrhundert begann und erst im frühen 15. Jahrhundert endete. Die lange Bauzeit hat sich ausgezahlt: Entstanden ist ein ursprünglich gotischer Bau mit Glockenturm und reichhaltigen Verzierungen. Auch die durch Brände und Erdbeben erforderlichen Umbauten zu späteren Zeiten konnten dem Dom seinen Charme nicht nehmen. Bei einer Reise nach Košice lohnt sich ein Abstecher ins Innere, um zu staunen.

Zipser Burg

Nach der Stippvisite bei der Burg von Bratislava steht euch der Sinn nach weiteren Burgen und Schlössern? In der Slowakei ist fast nichts einfacher als das. Schaut euch beispielsweise die Zipser Burg an, die – dem Guiness World Records Buch zufolge – die zweitgrößte Burganlage in ganz Europa ist. Nur die Prager Burg soll größere Ausmaße haben. So oder so: Der etwa vier Hektar messende Komplex ist ein sehenswerter Ort in der Slowakei. Eigentlich reicht seine Geschichte bis ins 12. Jahrhundert zurück; im Laufe der Zeit wurde aber eine Ruine aus dem Bau, bevor eine liebevolle und aufwendige Restauration erfolgte. Das hat sich spätestens mit der Ernennung der Zipser Burg zum UNESCO-Welterbe ausgezahlt!

Zipser Burg
Die Zipser Burg im Nordosten der Slowakei

Schloss Bojnice & Museum

Das Schloss Bojnice, das auch Schloss Weinitz heißt, ist einer der meistbesuchten Anlaufpunkte der Slowakei. Das liegt einerseits daran, dass hier schon so mancher Fantasy-Film gedreht und die Bekanntheit des Komplexes dadurch gesteigert wurde – andererseits aber auch an dem integrierten Museum, einer Außenstelle des Nationalmuseums der Slowakei. Romantische Momente sind euch in dem nationalen Kulturdenkmal sicher!

Schloss Bojnice
Schloss Bojnice: das meistbesuchte Museum des Landes

Dobšiná-Eishöhle

Ein ganz anderer Fokus beim Besichtigen wird bei der Eishöhle in der Nähe von Dobšiná gelegt. Es ist eine natürliche Sehenswürdigkeit, eben nicht von Menschenhand geformt. Die Höhle hat eine Gesamtlänge von fast 1.500 m, allerdings sind nur 475 m zugänglich. Auf diesen begegnen euch mystische Eisformationen und Stalagmiten. Eine geführte Tour verrät euch mehr über die Geschichte der Höhle, die seit 2000 zum Weltnaturerbe zählt.

Dobsina-Eishoehle
Laufsteg in der Eishöhle von Dobšiná

Aktivitäten

Sightseeing und der Blick auf die verschiedenen Regionen und Städte der Slowakei füllen viele Zeitfenster. Sind trotzdem noch welche übrig, haben wir nachfolgend einige Tipps für die Freizeitgestaltung!

Wandern & Klettern

Wanderwege sucht ihr in der Slowakei nicht lange. Allein im Tatra-Nationalpark erstrecken sie sich auf einer Länge von insgesamt 600 Kilometern. Kein Wunder, dass sowohl wenig geübte Spaziergänger als auch erfahrene Wanderer hier fündig werden. Es gibt malerische Wanderwege, interessante Lehrpfade und geführte Touren in die Berge. Der längste durchgehende Wanderweg ist der Tatranská magistrála mit gut 70 Kilometern.

Sucha Bela
Die Schlucht Suchá Belá durchwandern

Rund um die Schlucht Sucha Belá im Nationalpark Slowakisches Paradies wird es abenteuerlich, denn hier beeindrucken rauschende Wasserfälle und steile Felswände, die von sicheren Wanderern erklommen werden wollen. Traumhafte Aussichten hält auch der Treetop Walk im Bachledka-Tal bereit. Dort bewegt ihr euch hoch über den Baumwipfeln und genießt die Schönheit der Natur!

Aquapark Tatralandia besuchen

Wer mit Kindern in der Slowakei unterwegs ist oder schlicht eine nasse Abkühlung sucht, kommt um den Aquapark Tatralandia nicht herum. In mehreren Pools mit Süß- oder Salzwasser, Thermalpools und Saunen stehen Vergnügen und Entspannung klar im Mittelpunkt. Es handelt sich um ein ganzjähriges Pendant zu tropischen Stränden, das im Herzen Europas überraschend exotische Vibes versprüht. Rutschen sorgen für Nervenkitzel bei Adrenalinjunkies, während sich die Ruhesuchenden erholen.

Zoo erleben

In den größeren Städten Bratislava und Košice habt ihr die Gelegenheit für einen Zoobesuch. Der Zoo Bratislava rettet vom Aussterben bedrohte Tierarten und möchte seine Besucher auch auf wichtige Forschungen im Naturbereich und Artenschutz aufmerksam machen. Infotafeln verraten mehr über  Bewohner wie die Bisons, Flusspferde oder Leoparden.

Im Zoo vom Košice erstreckt sich einer der größten europäischen Zoos auf insgesamt fast 300 Hektar Fläche. Buchenwälder, Wildgehege und Reservate nehmen den Großteil des Szenarios ein; der für Besucher zugängliche Teil umfasst hingegen 100 Hektar. Unschwer zu erkennen, dass hier die idealen Bedingungen für die tierischen Zoobewohner geschaffen werden sollen! Groß und Klein freuen sich beim Rundgang unter anderem über Braunbären, Affen oder Wölfe.

Winterurlaub machen

Logisch, dass die Bergkulisse der Slowakei auch einen Winterurlaub ermöglicht. Ob Ski oder Snowboard, auf mehr als 460 Pistenkilometern tobt ihr euch aus, wenn die sanften Flocken fallen. Über 530 Skilifte bringen euch zu den Gipfeln, von denen es rasant bergab geht. Zu den beliebtesten Skigebieten der Slowakei gehört das Gebiet Jasná Nízke Tatry mit über 44 Pistenkilometern und 18 Liften. In 2.000 Metern Höhe werden auch Ungeübte dank der leicht zu bewältigen Abfahrten schnell zum Wintersportler.

Jasna Nizke Tatry
Wintersport im Skigebiet Jasná Nízke Tatry

Reise-Infos

Die Slowakei schafft es spätestens bei näherer Betrachtung, als Reiseland rundum zu überzeugen. Trifft das nun auch auf euch zu, solltet ihr mit unseren Infos zum Schluss alle nötigen Daten für den gelungenen Urlaub parat haben.

Reisezeit & Reisevorbereitung

Die Hauptreisezeit liegt im Frühjahr, Sommer und Herbst, wobei der Sommer gerade für Outdoor-Aktivitäten wie Wanderungen fast schon zu heiß sein kann. Sportler an der frischen Luft bevorzugen gemäßigte Monate wie März, April, September oder Oktober. Im Winter kann es eisig werden, er eignet sich weniger für Wanderungen und Besichtigungen. Für Skifahrer ist er hingegen ideal.

Dank der Zugehörigkeit zur EU müsst ihr für einen Slowakei-Urlaub keine besonderen Einreisedokumente beantragen, der Personalausweis reicht. Auch die Bezahlung ist leicht, da die Landeswährung seit 2009 der Euro ist.

Anreise & Fortbewegung vor Ort

Je nach Ausgangspunkt in Deutschland ist die Anreise mit dem PKW zu lang, um sie entspannt zu meistern – daher empfehlen wir den Flug nach Bratislava. Da es nicht von allen deutschen Städten aus Direktflüge gibt, ist der Flug nach Wien in Österreich eine Alternative. Von Wien aus sind es nur noch 65 km bis zur Hauptstadt der Slowakei. Beide Orte sind mit Bussen, Zügen und Schiffen miteinander verbunden.

Innerhalb der Städte werden gern mal die motorisierten Fahrzeuge stehen gelassen. Von Stadt zu Stadt gibt es häufig Busverbindungen. Für Flexibilität und die Entdeckung der Nationalparks empfehlen wir einen Mietwagen. Denkt außerdem immer daran, dass es in der Slowakei Mautgebühren in Form einer Vignette gibt.

Sprache & Verständigung

Die Landessprache Slowakisch ist schwer zu erlernen – vor allem dann, wenn ihr spontan in den Urlaub aufbrechen wollt. Alternativ könnt ihr in den nahe Österreich gelegenen Gebieten auf deutschsprachige Einheimische hoffen. In Bratislava wird in der Regel Englisch verstanden. Im Landesinneren müsst ihr euch notfalls auf eure Mimik und Gestik verlassen.

Essen & Spezialitäten

Deftige Suppen und Eintöpfe prägen ebenso das kulinarische Bild der Slowakei wie Teiggerichte. Bryndzové Halusky ist das Nationalgericht des Landes. Dabei handelt es sich um Nockerln aus Kartoffelteig, die mit Schafskäse gereicht werden. Insgesamt werdet ihr je nach Region eures Urlaubs polnische, ungarische oder österreichische Einflüsse aufgrund der Nähe zu diesen Ländern bemerken. Und rund um Bratislava dominiert der Weinanbau: Ein gutes Glas zum Abendessen ist dort fast schon Pflicht!

Bryndzove halusky
Bryndzové halušky: Nockerln aus Kartoffelteig

Hotels & Unterkünfte

Wahrscheinlich merkt ihr bei eurer Rundreise schnell, dass jede Ecke der Slowakei ihre Eigenheiten und Besonderheiten hat. Das gilt auch für die Hotels. Manchmal setzen die Einheimischen einer gemütlichen Pension bewusst den „Traditionsstempel“ auf und entführen euch in die slowakische Kultur. Ein familiärer und informativer Urlaub ist euch sicher! Alternativ könnt ihr aber auch in modern gestalteten Hotels nächtigen und den Kulturtrip auf den Tag verlegen. Diese Übernachtungsmöglichkeiten finden sich vor allem in den größeren Städten wie Bratislava.

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