Korsika – das „Gebirge im Mittelmeer“


Ob ruhige Familienreise, entspannter Badeurlaub oder Wanderabenteuer für Aktivreisende: Mit seinen imposanten Bergen, verborgenen Buchten und traumhaften Sandstränden ist Korsika für jeden Reisetypen ein interessantes Ziel. Genießt hier mediterrane Köstlichkeiten und angenehmes Mittelmeerklima!

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Korsikas malerische Landschaften entdecken

Wenn auch nur die viertgrößte Insel im Mittelmeer sticht Korsika dank ihrer beeindruckenden Gebirge klar heraus. Die machen ganze 86 Prozent der Landschaft aus – ein echtes Paradies also für Wander- und Kletterbegeisterte. Aber auch sonst hat „die Schöne“, wie die Griechen Korsika völlig zurecht nannten, 100 Kilometer westlich vom italienischen Festland viel zu bieten. Denn neben hohen Bergen und schroffen Klippen, die in türkisblauem Wasser münden, kennzeichnet die sogenannte „Macchie“ die korsische Landschaft.

Dabei handelt es sich um einen immergrünen Buschwald, der zahlreiche Pflanzen wie Ginster, Lavendel und Myrte beheimatet, die einen herrlichen Duft verströmen. Kein Wunder also, dass Napoleon als eingefleischter Korse von sich behauptete, seine Heimat jederzeit nur am Geruch erkennen zu können. Auf die charakteristischen Wälder geht auch der Name des Eilands zurück: Er leitet sich vom phönizischen „Korsai“ ab, was sich mit „mit Wäldern bedeckt“ übersetzen lässt.

Calanche

Südlich von Porto liegt eine der bekanntesten Naturschönheiten Korsikas. Wörtlich übersetzt bedeutet Calanche „fjordartige Bucht“, früher suchten Seefahrer hier Zuflucht. Heute steht vor allem die Felsformation oberhalb der Bucht im Mittelpunkt. Im richtigen Sonnenlicht scheinen die einmaligen Felsformationen rot zu glühen – ein magisches Fotomotiv! Kein Wunder also, dass Calanche seit 1983 als UNESCO Weltnaturerbe gilt. Zur Anfahrt kann die D81 genutzt werden, die quer durch den Nationalpark führt. So wird schon die Fahrt zum Erlebnis.

Bild Calanche Rote Felsen am Meer, Korsika, Frankreich

Die roten Felsen der Calanche beeindrucken

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Scala di Santa Regina

Zwischen Porto und Ponte Lecchia wartet eine beeindruckende treppenartige Schlucht, die der Fluss Golo gegraben hat. Die Korsen kennen allerdings eine deutlich mystischere Erklärung für die Entstehung ihrer „Treppe der Himmelskönigin“: Hier soll der Heilige Martin mit dem Teufel gekämpft haben, der schließlich eine Schneise in den Felsen geschlagen hat. Erst die Heilige Maria konnte den Zwist beenden.

Früher hauptsächlich als Maultierpfad von Hirten genutzt, um vom Meer aus die höhergelegenen Dörfer zu erreichen, ist die Scala di Santa Regina heute ein beliebter Wanderpfad.

Scandola

Auf der Halbinsel im Westen Korsikas können die sogenannten Ryolithsäulen bestaunt werden, die sich sonst weltweit nur auf Island finden. Ein Grund, warum auch Scandola von der UNESCO unter besonderen Schutz gestellt wurde. Tatsächlich darf die Halbinsel außer an gesondert ausgewiesenen Stränden nicht betreten werden und kann in erster Linie während eines Bootsausfluges vom Wasser aus beobachtet werden.

Aber auch das lohnt sich: Das kristallklare Wasser, in dem sich die verschiedensten Fische und Delphine tummeln, sowie imposante Felsformationen im Hintergrund sind einen Besuch wert. Besonders gut haben es Segler, die im Gegensatz zu kommerziellen Anbietern vor Scandola anlegen und nach Herzenslust schnorcheln dürfen. Von Porto, Calvi, Ajaccio sowie Girolata aus könnt ihr ablegen und euch auf den Weg machen.

Bild Palomaggia Beach auf Korsika

Glasklares Wasser an Korsikas Küste

Roccapina

Auch die kleine Bucht westlich von Bonifacio, die früher überwiegend von Piraten vereinnahmt wurde, wartet mit einer Legende auf. Hier soll ein Adeliger, der den Spitznamen „der Löwe“ trug, zu Stein erstarrt sein, als die Frau seines Herzens ihm einen Korb gab. Tatsächlich thront am Ende der Bucht ein Granitblock über dem Wasser, in dem mit ein wenig Fantasie ein Löwe zu erkennen ist. Unterhalb liegt ein wunderschöner Sandstrand, der Karibik-Flairversprüht. Auch wenn der Abstieg steinig ist – es lohnt sich! Zur Bucht gelangt ihr über die N196.

Pittoreske Küstenorte aus einer anderen Zeit

In den malerischen Orten überall auf Korsika bestimmt ein mediterranes Lebensgefühl das Ambiente. Da viele junge Korsen mangels Arbeitsmöglichkeiten auf der Insel auf das Festland übersiedeln, prägen ältere Einwohner das Stadtbild. Ob beim Kartenspielen vor der eigenen Haustür oder den überall zu finden Boule-Plätzen: Stress und Hektik haben hier keine Chance.

Auch architektonisch vermitteln die Städte Korsikas nichts als Urlaubsfeeling. Traditionelle Granitbauten sowie die ursprünglichen Casonis, die mit wehrturmähnlichen Erweiterungen vor der Plünderung durch Piraten bewahren sollten, bestimmen das Bild. Riesige Hotelkomplexe, die die traditionelle Idylle stören, finden sich hier dagegen kaum. Schließlich legen die Korsen viel Wert auf die Erhaltung ihrer Kultur und dämmen den Massentourismus daher seit jeher ein. Das ist ein netter Nebeneffekt für Reisende – besonders in den Sommermonaten, wenn sich die Nachbarinseln wie Sardinien und Zypern auf Touristenstürme einstellen.

Insbesondere die folgenden Hafenstädtchen sollten bei einem Besuch auf Korsika nicht ausgelassen werden:

Ajaccio

Da die meisten Touristen mit dem Flugzeug hier landen, bietet sich die korsische Hauptstadt perfekt als erstes Reiseziel und Ausgangspunkt für die unterschiedlichsten Ausflüge an. Mit 64.000 Einwohner die größte Stadt der Insel und bekannt als Geburtsort Napoleons, besticht Ajaccio vor allem mit seinem besonders mondän-französischen Charme. Dank der herausragenden Lage direkt am Golf von Ajaccio ist zusätzlich ein atemberaubender Blick auf die weißen Strände des Umlands sowie die Inselgruppe Îles Sanguinaires garantiert.

Auch Kulturliebhaber kommen hier problemlos auf ihre Kosten. Unbedingt zu empfehlen sind:

  • Zitadelle von Ajaccio
  • Place Foch
  • Napoleon-Museum
  • Markt auf dem Place César Campinchi
  • Rue du Cardinal Fesch
  • Palais Fesch
  • Chapelle Impériale

Wer weniger Sightseeing betreiben, sondern lieber das Rauschen der Wellen genießen will, kann sich am Plage de Vignola, Plage de Porticcio oder Plage d’Agosta die Sonne auf den Bauch scheinen lassen.

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Für Familien ist der Schildkrötenpark A Cupulatta, ungefähr 21 Kilometer von Ajaccio entfernt, ein ideales Ausflugsziel. Hier können mehr als 170 Schildkrötenarten und 3.000 weitere Tiere aus aller Welt bestaunt werden. In der Aufzuchtstation erfahren die Kleinsten alles über die Zucht und den Schutz der faszinierenden Reptilien.

Bild Hafenstadt Ajaccio auf Korsika

Hafenstadt Ajaccio auf Korsika

Bastia

Im Norden, direkt unterhalb des Pigno-Massivs, liegt Bastia. Die Stadt beherbergt den größten Hafen der Insel und ist deshalb auch das Wirtschaftszentrum Korsikas. Wer mit der Fähre über das italienische Festland anreist, wird hier anlegen und von Bastia aus die Insel erkunden. Von vielen wird die Stadt vor allem als Durchgangsort zu anderen Destinationen auf Korsika betrachtet, daher ist sie am wenigsten touristisch geprägt – ein Grund mehr, Bastia einen zweiten Blick zu widmen.

Denn es lohnt sich: Gerade der imposante Yachthafen und der palmenumsäumte Place Saint-Nicolas mit zahlreichen Restaurants und Cafés laden zum Verweilen ein. Danach wartet die Terra Vecchia, die Altstadt Bastias, mit ihren engen Gässchen und urigen Häusern. Auch die Barockbauwerke Chapelle Saint-Roche, Chapelle de l’Immaculée Conception sowie die Kirche Saint-Jean-Baptiste solltet ihr nicht verpassen.

Porto-Vecchio

Im Südosten und damit im Tourismuszentrum der Insel gelegen findet ihr Porto-Vecchio. Die drittgrößte korsische Stadt liegt prominent auf einem Hügel und gliedert sich in die von einer alten Festung umschlossenen Altstadt und ein Hafenviertel. Insbesondere die vielen Buchten und malerischen Strände (zum Beispiel Pinarello, Cala Rossa, Bededettu oder Santa Giulia) ziehen Touristen immer wieder hierher. Ob Familien, Surfer oder Taucher – hier kommt jeder auf seine Kosten.

Sehenswert sind neben dem Yacht- und Fährhafen vor allem die größtenteils noch erhaltene Zitadelle und das kunstvolle Stadttor Porte Genoise, das die Grenze zur Altstadt markiert. An Sommerabend ist sie autofrei, sodass Touristen entspannt über den Place de la République mit seinen zahllosen Cafés und Restaurants schlendern können.

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Die korsische Küche

Wer in den Mittelmeerraum reist, erwartet natürlich ganz besonders eine Sache: leckeres Essen! In Korsika besticht dabei vor allem die Kombination der verschiedensten Küchen – italienische, spanische, provenzalische und sogar arabische Elemente haben ihren Eingang in die traditionell lokalen Gerichte gefunden. Selbstverständlich werden zum Würzen vor allem die aromatischen Kräuter der heimischen Macchia verwendet: Lavendel, Rosmarin, Myrte, Wacholder oder wilder Thymian.

Bild Schinken Spezialität auf Korsika

Feiner Schinken von Schweinen aus Korsika

Speisen

Die typisch korsische Spezialität ist mageres Fleisch von halbwilden Schweinen oder Wildschweinen, die sich überwiegend von Edelkastanien ernähren, was dem Fleisch eine besondere Note verleiht. Daneben sind Eintöpfe beliebt. Stufatu nennt sich der Klassiker aus Lammfleisch, Nudeln, Zwiebeln und Käse. Kuhmilchkäse ist hier übrigens eher selten, stattdessen werden Schaf- und Ziegenkäse präferiert. Der Brocciu beispielsweise ist ein besonders beliebter Frischkäse.

Alkoholisches

Korsische Weine sind bekannt und begehrt, nicht umsonst tragen solche von ihnen, deren Qualität regelmäßig überprüft wird, das Siegel Vin de Corse. Rotweine sind hier eher lieblich, Weißweine besonders leicht und bekömmlich.

Wer vor dem Abendessen zu einem Aperitif greifen möchte, hat die Wahl zwischen Cap Corse, einem Martini-ähnlichen Wein, und Pastis, einem verdünnten Anisschnaps. Prominente Liköre der Insel sind der Cedratine oder der Myrthelikör.

Bierliebhaber können auf Korsika das traditionelle Kastanienbier kosten.


Quelle: YouTube/ ab-in-den-urlaub.de 

Wissenswertes rund um die Reise

Neugierig geworden und in Gedanken schon auf Korsika? Dann erfahrt ihr jetzt noch, was ihr vor Antritt der Reise unbedingt beachten und einplanen solltet.

Sprache

Da Korsika nach wie vor eine Gebietskörperschaft Frankreichs ist, wird hier amtssprachlich Französisch gesprochen. Nachdem die ureigene Sprache Korsisch (die nach einer Mischung aus Französisch und Italienisch klingt) lange sogar verboten war, breitet sie sich langsam wieder aus. Mit Italienisch und Englisch kommen Touristen hier aber überwiegend ebenfalls gut zurecht. Deutsch dagegen ist wenig verbreitet. Wer darauf Wert legt, Touren und Führungen auf Deutsch wahrzunehmen, sollte sich daher bereits im Vorfeld explizit nach deutschen Angeboten erkundigen.

Einreisebestimmungen

Da Korsika zu Frankreich und damit zur EU gehört, müsst ihr euch weder um ein Visum bemühen, noch spezielle Einreisevorschriften beachten. Lediglich ein Personalausweis wird für europäische Staatsbürger benötigt. Ebenfalls praktisch: Geldwechsel ist nicht nötig, bezahlt werden kann wie zu Hause mit dem Euro.

Klima und beste Reisezeiten

Aufgrund der starken Höhenunterschiede sind auf der kleinen Insel tatsächlich verschiedene Klimazonen zu finden: Während in den Küstenregionen mediterranes Klima vorherrscht, ist das Klima in den Bergen kontinental bis alpin.

Badezeit ist auf Korsika von Mai bis Oktober. Im Landesinneren kann es allerdings deutlich kühler sein, hier muss noch bis in den Mai mit Schneefall gerechnet werden. Entsprechend ist für Wanderungen im Gebirge eine gute Ausrüstung unabdingbar. Abgesehen von leichten Sommergewittern regnet es im warmen Frühling und heißen Sommer so gut wie gar nicht.

Prinzipiell ist Korsika ganzjährig ein geeignetes Reiseziel. Auf welche Monate die optimale Reisezeit fällt, hängt stark von der Art der Reise ab. Naturliebhaber, die die Landschaften bei einer Wanderung genießen möchten, sollten im milden Frühjahr oder Herbst reisen, wenn die Macchia prächtig blüht, beziehungsweise sich kunstvoll verfärbt. Die heißen Sommermonate dagegen eignen sich weniger für Aktivurlauber, sie sind für den reinen Badeurlaub reserviert. Im Winter kommen auf Korsika vor allem Skifahrerauf ihre Kosten.

  • Frühjahr:16-21 °C
  • Sommer: 25-28 °C
  • Herbst: 18-26 °C
  • Winter: 13-15 °C

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Bild Küste von Bonifacio auf Korsika, Frankreich

Herrliche Küste von Bonifacio

Anreise

Wer mit dem Flugzeug nach Korsika reist, kann vier verschiedene Flughäfen ansteuern: Im Norden liegen Calvi und Bastia, im Süden Ajaccio und Figari. Von Deutschland aus fliegen die meisten Airlines Calvi oder Bastia an. Alternativ können Urlauber auch mit dem eigenen Auto anreisen und die Fähre vom französischen beziehungsweise italienischen Festland oder Sardinien aus nehmen. Für deutsche Reisende bieten sich dazu insbesondere die Häfen von Genua, Livorno oder Nizza an. Dabei habt ihr neben den regulären Optionen die Wahl zwischen den teureren Expressfähren und Nachtfähren inklusive Kabine.

In jedem Fall sollten die Fähren im Vorhinein gebucht werden. Zum einen sind sie (insbesondere in der Hauptsaison) eigentlich immer restlos ausgebucht, zum anderen fallen vor Ort meist höhere Preise an.

Fortbewegung vor Ort

Wie in den meisten Teilen Südeuropas ist es mit dem öffentlichen Nahverkehrsnetz auf Korsika nicht besonders weit her. Im Sommer werden den Touristen zwar zusätzliche Linienbusse bereitgestellt, die fahren aber nur ein- bis zweimal täglich. Wer also unabhängig und flexibel sein möchte, sollte entweder direkt mit dem eigenen Auto per Fähre anreisen oder sich bei der Ankunft am Flughafen einen Mietwagen nehmen.

Campingfans sollten in Betracht ziehen, direkt einen Campingvan zu buchen. Denn mit über 200 Campingplätzen ist die Insel auf Camper optimal eingestellt. Wer sich für diese Option entscheidet, kann so nicht nur direkt am Meer übernachten, sondern spart im Vergleich zu Hotels oder Pensionen auch noch bares Geld. Aber Achtung: Wildcamping ist auf Korsika wie auch im Rest Frankreichs streng verboten.

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