Essen und Getränke im Flugzeug


Egal ob Kurz-, Mittel- oder Langstrecke, an Bord eines Flugzeugs wollen die meisten Passagiere sich nicht damit begnügen, einfach nur dazusitzen, zu schlafen, Musik zu hören, Filme zu schauen oder sich zu unterhalten. Aus Zeitvertreib oder schlicht, weil sie Durst und Hunger haben, möchten sie auch etwas trinken und essen. Welches Essen und welche Getränke ihr mit an Bord nehmen dürft, ob und was ihr hoch über den Wolken serviert bekommt, lest ihr hier.

Essen | Flüssigkeiten & Getränke | Zoll | Menüs

Essen im Handgepäck

Wenn ihr euch zu Hause belegte Brote bzw. Brötchen gemacht, eine Portion Nudel- oder Kartoffelsalat zubereitet oder Obst und Gemüse (klein geschnitten) bereitgelegt habt, gilt das als Festnahrung und ist somit problemlos. Nehmt am besten Dinge mit, die sich ohne Mühe transportieren und im Flieger ohne Besteck essen lassen. Müsliriegel oder Nüsse gleich welcher Art sind ebenso eine gute Idee. Der Vorteil am Essen im Handgepäck ist, dass ihr das esst, was ihr wollt und dabei auch noch Geld spart. Die Alternative wäre das im Flugzeug servierte Essen. Berücksichtigt bei der Wahl des Essens auch die anderen Fluggäste. Wenn ihr auf zwiebel- oder knoblauchhaltige Speisen verzichtet, tut ihr euren Sitznachbarn einen großen Gefallen ;-).

Bringt ihr zähflüssige oder cremige Nahrung mit zum Flughafen, werdet ihr damit unter Umständen nicht durch die Sicherheitskontrolle kommen. Hierzu zählen beispielsweise Suppen, Joghurt, Honig und Marmelade, aber auch Streichwurst, Frischkäse oder Smoothies gehören dazu. Erfüllen sie nicht die geltenden Bedingungen für Flüssigkeiten (siehe weiter unten), wandern sie in die bereitgestellten Tonnen. Die Bestimmungen machen auch nicht Halt vor Lebensmitteln, die teilweise flüssig sind, also beispielsweise Schnapspralinen oder eingelegte Gurken.

Mutter gibt Säugling das Fläschchen im Flugzeug

Mutter gibt Säugling das Fläschchen im Flugzeug

Die Mitnahme von Nahrung für Säuglinge und Kleinkinder bis zum Alter von drei Jahren stellt kein Problem dar. Wichtig ist, dass sich der Brei noch im versiegelten Originalbehältnis befindet und ihr natürlich auch das Kind bei euch habt. Die Nahrungsmenge muss in einem passenden Verhältnis zur Flugdauer stehen. Die Regelung, dass ein Behältnis mit Flüssigkeit maximal 100 ml fassen darf, gilt in diesem Fall nicht.

Flüssigkeiten & Getränke im Flugzeug

Im Flugzeug ist die Luft besonders trocken, so dass wir das Bedürfnis haben, mehr zu trinken. Unabhängig davon bekommen wir aber auch aufgrund der vergangenen Zeit irgendwann einmal Durst. Alles, was ihr vor der Sicherheitskontrolle an Trinkbarem mitgebracht habt, darf in höchstens 100 ml fassende Gefäße gefüllt sein, von denen wiederum maximal 10 Stück erlaubt sind (mehr zum Thema Flüssigkeiten und weiteren Bestimmungen fürs Handgepäck findet ihr hier). Denkt dran, dass ihr sehr wahrscheinlich noch andere Dinge wie Körperpflegeprodukte in Form von Cremes, Lotionen etc. dabeihabt, die derselben Regelung für Flüssigkeiten im Handgepäck unterliegen. Demnach werdet ihr die 10 x 100 ml eher nicht vollkommen für mitgebrachte Getränke nutzen. Wenn ihr keine teuren Getränke im zollfreien Bereich oder später im Flugzeug kaufen wollt, nehmt eine leere Plastikflasche mit, die ihr dann auf der Flughafentoilette mit Leitungswasser auffüllt.

Ein Mann und eine Frau prosten sich im Flugzeug mit Sekt zu

Anstoßen mit Sekt

Während die eigene Mitnahme von Wasser, Softdrinks oder Säften in Behältnissen von bis zu 100 ml kein Problem darstellt, sieht das bei Alkohol schon wieder anders aus. Dessen Mitbringen an Bord wird von einigen Fluggesellschaften nicht gerne gesehen. Alternativ könnt ihr Alkohol im Duty-free-Bereich kaufen, der darf dann aber meist in der Kabine nicht angerührt werden. Das Verkaufspersonal packt die Flaschen in versiegelte Beutel. Der Konsum von an Bord ausgeschenktem Alkohol ist wiederum gestattet, wobei die Flugbegleiter ein Auge darauf haben, wie sich das Trinken auf die einzelnen Gäste auswirkt.

Zollbestimmungen bei Lebensmitteln

Es kann auch passieren, dass ihr mit eurem Essen durch die Sicherheitskontrolle am Abflughafen kommt oder im Flugzeug Essen erhält, dann aber am Zielflughafen euer böses Erwachen erlebt. So sind einige Länder, darunter die Vereinigten Staaten oder Australien, sehr streng bei der Einfuhr von Lebensmitteln. Wenn ihr z. B. von zu Hause einen Apfel mitnehmt oder einen Apfel an Bord erhalten habt und diesen nicht im Flugzeug aufesst, sondern mit in die oben genannten Länder einführt, droht eine Strafe, im Fall der USA in Form von Geld.

Neben Lebensmitteln wie Äpfeln, die in einigen Ländern vorher beim Zoll deklariert werden müssen, gibt es auch generelle Einfuhrverbote. Der Grund für die strengen Vorgaben bestimmter Staaten bei der Einfuhr von Lebensmitteln ist der Schutz vor Krankheitserregern und Schädlingen. In Ländern wie Australien oder Neuseeland stellen diese eine ernste Gefahr für die heimische Tier- und Pflanzenwelt dar.

Zollbeamter am Flughafen

Zollbeamter am Flughafen

Umgekehrt könnt ihr Probleme bekommen, wenn ihr aus einem Nicht-EU-Land zurück nach Deutschland fliegt und tierische Produkte im Gepäck wie Fleisch, Milch oder Käse dabeihabt. Solltet ihr unsicher sein, informiert euch vor eurem Flug – egal von wo nach wo – bei den zuständigen Behörden, welche Lebensmittel erlaubt sind und welche nicht. Damit erspart ihr euch im Nachhinein jede Menge Ärger.

Habt ihr keine Lust euch darüber zu informieren, welches Essen an Bord eventuell verboten sein könnte, besteht natürlich auch die Möglichkeit, aufs Essen zu verzichten. Bei Strecken von maximal zwei Stunden Flugdauer kann der eine oder andere Reisende sicher auch einmal ohne Festnahrung auskommen. Alternativ könnt ihr vor einem längeren Flug schon am Flughafen essen oder später das Bordmenü testen. Wie viele Freimengen an Alkohol und Tabak ihr durch den Zoll bekommt, könnt ihr hier nachlesen.

Menüs im Flugzeug

Nutzt ihr einen Billigflieger für eure Reise, könnt ihr davon ausgehen, für Essen und Trinken extra zur Kasse gebeten zu werden. Anders verhält es sich mit den großen Netzwerk-Carriern. Dort bekommt ihr standardmäßig etwas gereicht, auf Kurzstrecken beispielsweise ein Sandwich oder ein Brötchen. Auf längeren Flügen serviert man euch auch etwas Warmes. Natürlich steht es euch frei, ein Gericht im Vorfeld online zu bestellen, sofern die Internetbestellung angeboten wird. Was euch sicher entgegenkommt: Das vorbestellte Essen wird zuerst serviert. Seid ihr geschäftlich unterwegs und müsst vom Flughafen gleich weiter zu einem Termin, empfiehlt sich leichte Kost, damit ihr später voll bei der Sache seid. Achtet in dem Fall auf viel Gemüse, Obst oder auf eiweißreiche Nahrung.

Business Class Menü bei Singapore Airlines

Business Class Menü bei Singapore Airlines

Bei den größeren Fluggesellschaften ist das Angebot breit gefächert. So könnt ihr z. B. bei der Lufthansa in der First Class als Vorspeise Kaviar bestellen, bevor ihr in der Hauptspeise zu Rinderfilet übergeht und euer Mahl mit einem Bratapfel abschließt. Darüber hinaus habt ihr bei der Lufthansa & Co. die Möglichkeit, Kindermenüs, landestypische Menüs oder Spezialmenüs zu ordern, die Rücksicht auf bestimmte Ernährungsgewohnheiten nehmen, sei es aus gesundheitlichen oder religiösen Gründen. Damit ihr eine Vorstellung davon habt, was an Kosten auf euch zukommt, sollte die Bordverpflegung nicht im Ticketpreis enthalten sein, anbei ein paar Beispiele (Angaben ohne Gewähr):

  • easyJet Bistro: Frühstück mit Heißgetränk/Softdrink/Wasser und Croissant/Muffin/Porridge für 4,50 €, als Hauptgerichte beispielsweise Toast mit Schinken, Käse und Soße, Wrap mit Huhn oder Tapas für 6 €. (gültig Herbst/Winter 2018)
  • TUIfly Café: Laugenbrezel + Softdrink für 4,90 €, Pommes frites + Softdrink für 5,50 €, Penne mit Bolognese, Softdrink und Heißgetränk für 10,90 €. (gültig November 2018 bis April 2019)
  • Ryanair: Schokocroissant zum Frühstück für 2,50 €, Lasagne für 6 €. (gültig Frühjahr 2019)
  • Condor Economy Class: Auf der Kurzstrecke Käsebrötchen u. a. belegt mit Tomatenscheiben und Möhrenstreifen für 4,49 €, Bratkartoffeln mit Rührei und Würstchen für 9,99 €. (Stand 02/19)

Vegetarisches und veganes Essen

Da das Bewusstsein für vegetarische und vegane Ernährung in der Bevölkerung steigt und die Zahl derer, die sich fleischfrei ernähren möchten, zunimmt, haben auch viele Fluggesellschaften ihre Speisekarte entsprechend ergänzt. Hebt ihr mit AirBerlin, British Airways oder Emirates ab, habt ihr bis 48 Stunden vor dem Start des Langstreckenfluges die Möglichkeit, ein kostenfreies veganes oder vegetarisches Menü zu ordern. Gleiches gilt für die Fluggesellschaften Air France und Singapore Airlines. Bei den fünf genannten Airlines könnt ihr aber auch erst an Bord ein vegetarisches Menü bestellen.

Bei der Lufthansa, US Airways, KLM, Oman Air, DELTA und Air Canada habt ihr ein bisschen mehr Zeit. Bis zu 24 Stunden vorher könnt ihr im Vorfeld bestellen, ansonsten gelten die gleichen Bedingungen wie bei den fünf zuerst aufgeführten Fluggesellschaften. Bei Easyjet und TUIfly bekommt ihr an Bord vegane und vegetarische Kleinigkeiten gereicht, wenn ihr einen Aufpreis zahlt. Fliegt ihr mit Condor, könnt ihr unabhängig von der Strecke ein veganes oder vegetarisches Menü wählen, wenn ihr bereit seid, extra zu zahlen. Ryanair bietet bisher nur vegetarische Menüs an. Auch hierfür müsst ihr zusätzliches Geld ausgeben.

Warum schmeckt Essen im Flugzeug anders?

Wenn euch das Essen an Bord nicht zusagen sollte, könnte das daran liegen, dass es vorher am Boden zubereitet und im Flieger noch einmal aufgewärmt wird. Unter diesen Bedingungen etwas Frisches und Knackiges vorzusetzen, ist nicht ganz einfach. Sicher ist hingegen, dass die geringe Luftfeuchtigkeit, das permanente Vibrieren und der Niederdruck dafür sorgen, dass der Geschmacks- und Geruchssinn abnimmt. Um dieselbe Wirkung wie am Boden erzielen zu können, müssen die Gerichte viel stärker gewürzt werden.

Ein Passagier trinkt Tomatensaft im Flugzeug

Tomatensaft: schmeckt über den Wolken besser

Kommen wir bei der Gelegenheit zum Phänomen Tomatensaft im Flugzeug: Am Boden nicht gerade der Hit schmeckt er vielen Fluggästen in luftiger Höhe fruchtig bzw. süß und vermittelt ein Gefühl der Frische. Darüber hinaus macht er dankenswerterweise satt. Neben sättigendem Tomatensaft gibt es übrigens noch viel mehr Angebote, die ohne Fleisch auskommen, falls ihr darauf Wert legt.

Sag uns Deine Meinung zu diesem Thema

* Pflichtfelder