10 unterschätzte karibische Inseln


Dass die Karibik der perfekte Ort für die Erfüllung exotischer Urlaubsträume ist, sollte kein Geheimnis sein. Aber müssen es tatsächlich immer karibische Inseln wie Kuba, Jamaika oder Hispaniola mit der Dominikanischen Republik sein? Warum nicht einmal die weniger prominente Inseln entdecken, die genauso schön, aber deutlich weniger überlaufen sind?

St. Lucia | Britische Jungferninseln | Turks & Caicos | Saba | Saint Martin | Barbados | Corn Islands |
Aruba | Antigua | Cayman Islands

1. St. Lucia

Ob für einen kurzen Tagestrip oder eine mehrwöchige Reise: Die kleine Karibikinsel St. Lucia ungefähr 33 Kilometer entfernt von Martinique ist definitiv eine Reise wert. Kaum eine andere Insel in der Karibik hat so viele fantastische Strände zu bieten – egal, ob palmengesäumt direkt am Ozean oder als kleine Oase inmitten des Regenwalds. Marigot Bay, Reduit Beach oder Anse Louvet sind nur einige Beispiele für zauberhafte Zuflucht mit strahlend weißem Sand.

Strand auf der Karibikinsel Saint Lucia

Strand auf der Karibikinsel Saint Lucia

Aber auch abseits vom Badeurlaub hat St. Lucia Einiges zu bieten. Besonders charakteristisch sind die beiden Vulkankegel Petit Piton und Gros Piton, die man mit ihren 800 Metern Höhe von jedem Punkt der Insel aus bestaunen kann. An der Westküste befinden sich die Diamond Waterfalls, die aus unterirdischen Schwefelquellen gespeist werden. Das führt zu dem Effekt, der den Fällen ihren Namen verleiht: Das Wasser changiert in Violett, Gelb und Grün! Musikliebhaber sind im Mai auf St. Lucia ebenfalls bestens aufgehoben. Dann findet im Pigeon Island Nationalpark das Jazz & Arts Festival statt, bei dem internationale Stars aus RnB, Reggae, Soul und Pop auftreten.

2. Britische Jungferninseln

Die Britischen Jungferninsel setzen sich aus über 60 Inseln zusammen und liegt im Norden der Kleinen Antillen. Zu der Inselgruppe gehören unter anderem die Inseln:

  • Anegada
  • Beef Island
  • Cooper Island
  • Ginger Island
  • Norman Island
  • Tortola

Ob Tauchen, Golfen, Wandern oder Reiten – auf den Jungferninseln findet jeder Aktivurlauber eine Beschäftigung. Und auch Reisende, die es weniger sportlich mögen, kommen bei zahllosen Casinos, Freizeitparks und Nachtclubs auf ihre Kosten. Hier kommt keine Langeweile auf! Auch Rundreisen oder Bootsausflüge zu benachbarten Inseln sind möglich. Natürlich ist die Landschaft aber das touristische Highlight. In insgesamt 28 Nationalparks könnt ihr die Schönheit der Karibik bestaunen, die unter anderem schon Barack und Michelle Obama begeistert hat.

Traumhaft - die Britischen Jungferninseln

Traumhaft – die Britischen Jungferninseln

Auf jeden Fall einen Besuch abstatten solltet ihr der früheren Pirateninsel Norman Island mit ihren zahllosen mystischen Höhlen, den alten Kupferminen auf Virgin Gorda und dem exotischen Markt in der Hauptstadt Tortola. Wer Ende Juli auf die Britischen Jungferninseln reist, kann außerdem zwei Wochen lang im Zuge des Festivals der Freiheit die Abschaffung der Sklaverei mit imposanten Paraden und einheimischer Musik feiern. 

3. Turks- & Caicosinseln (Brit. Überseegebiete)

Endlose einsame Strände und imposante Korallenriffe – dafür sind die Turks- und Caicosinseln besonders bekannt und beliebt. Die insgesamt 40 Inseln waren lange Zeit vor allem ein Geheimtipp für Hochzeitsreisende, entwickeln sich aber immer mehr zum allgemein beliebten Reiseziel. Absolutes Muss während eines Aufenthalts ist ein Tauchgang zu einem der größten Korallenriffsysteme der Welt.

Optimal vorbereitet: Damit ihr das Optimum aus eurem Tauchurlaub herausholen könnt, geben wir euch hier die wichtigsten Tipps.

Steg über einen Strand auf Turk and Caicos

Steg über einen Strand auf Turk and Caicos

Aber auch Kitesurfer und Wellenreiter kommen insbesondere am Long Bay Beach voll auf ihre Kosten. Wer es sportlich mag, aber lieber an Land bleibt, kann die insgesamt 300 Kilometer langen Strände zu Pferd erkunden. Lauschige Zeit zu zweit lässt sich am Leuchtturm auf Grand Turk verbringen – grandioser Ausblick auf das türkisfarbene Meer, die Nachbarinseln und mit etwas Glück auch auf Buckelwale inklusive.

4. Saba (ehemals Niederländische Antillen)

Mit nur 13 Quadratkilometern die kleinste bewohnte Insel der früheren Niederländischen Antillen ist Saba die „unberührte Königin“ der Karibik, wie ihre 2.000 Einwohner sie stolz nennen. Auch hier sticht vor allem die Welt unter Wasser ins Auge. Der Saba National Marine Parksteht mit seinen riesigen Korallenriffen unter strengem Umweltschutz und ist begehrtes Ziel von Tauchern. Wanderer lieben die zahllosen Wanderwege, die durch den beeindruckenden Regenwald Sabas führen.

Strand auf den Kleinen Antillen, zu denen Saba gehört

Strand der Kleinen Antillen, zu denen Saba gehört

Auch für Geschichtsfans ist Saba genau das Richtige: In Tent Bay können die Überreste der allerersten Siedlung aus dem Jahr 1640 bestaunt werden, in Windwardside wartet das Harry Luke Johnson Museum, in dem Interessierte archäologische Funde bestaunen können, die die Geschichte der Ureinwohner der Insel erzählen.

5. Saint Martin (Frankreich / Niederlande)

Die Insel ist politisch zwischen Frankreich und den Niederlanden aufgeteilt. Während der nördliche Teil französische Exklave ist, bildet der Süden das eigene, den Niederlanden zugehörige Land Sint Marteen. Saint Martin zeichnet insbesondere eine unglaubliche Artenvielfalt aus: Leguane und Waschbären gehören hier genauso zum Bild wie Buckelwale, Schildkröten und selbstverständlich die unterschiedlichsten Fischarten.

Unabhängig davon zieht es vor allem Segler nach Saint Martin, da hier verschiedenste Regatten stattfinden, unter anderem die Heineken Regatta. Wer die Insel gerne zu Fuß erkunden möchte, kann auf zahlreichen Küstenpfaden die bunten Farben der Vegetation bestaunen – nicht umsonst wird Saint Martin auch „Insel der Maler“ genannt.

Vegetation und Küste von Saint Martin

Vegetation und Küste von Saint Martin

Feinschmecker sind hier ebenfalls goldrichtig. Insbesondere das Dörfchen Grand-Case gilt als der kulinarische Hotspot der Karibik schlechthin. Hier mischen sich europäische, karibische, afrikanische und orientalische Küche zu einem unvergleichbaren Genusserlebnis. Typische Gerichte sind unter anderem:

  • Kreolische Fischsuppe
  • Chiquetaille de Morue (zerkleinerte Fische mit Gewürzen)
  • Pasteten gefüllt mit Fleisch, Fisch oder Meeresfrüchten
  • Kichererbsensuppe
  • Süßkartoffelpudding
  • Callaloo Soup (Eintopf mit Schweinefleisch, Callalooblättern, Okraschoten und scharfen Gewürzen)

6. Barbados (Teil der Kleinen Antillen)

Barbados, die östlichste Insel der Kleinen Antillen, steht ganz im Zeichen des Ökotourismus. Egal ob zu Fuß oder auf dem Fahrrad – hier gibt es zahlreiche Möglichkeiten, die Schönheit der Karibik hautnah zu erleben. Mangrovensümpfe, Schluchten wie die Turners Hall Woods oder der Jack-in-the-Box Gully sowie Kalksteinhöhlen wie die Harrison’s Cave sind nur einige Beispiele für attraktive Ausflugsziele.

Die Bottom Bay auf Barbados

Die Bottom Bay auf Barbados

Taucher zieht es wegen der vielen Schiffswracks nach Barbados, die hier vor der Küste gesunken sind und darauf warten, von Tauchern erkundet zu werden. Aufgrund der Vielzahl der Wracks in einmalig schöner Kulisse ist Barbados unter Tauchsportlern auch als „shipwreck capital“ bekannt. Abseits der atemberaubenden Natur lockt vor allem die Hauptstadt Bridgetown, der man den langjährigen britischen Einfluss ansieht. Hier kann sogar eine komplette Mini-Version des Trafalgar Squares besucht werden.

7. Corn Islands (Nicaragua)

Den wenigsten kommt Nicaragua in den Sinn, wenn sie an die Karibik denken. Vielleicht liegt es schlicht daran, dass das zentralamerikanische Land keine Insel ist. Das sollte aber keinesfalls ein Grund sein, das „Land der tausend Vulkane“ nicht zu besuchen. Das Touristenaufkommen hier ist im Vergleich zum Nachbarland Costa Rica gering, sodass ihr ungestört die atemberaubende Schönheit des Landes genießen könnt.

Wunderschön: Little Corn Island Beach

Wunderschön: Little Corn Island Beach

Während an der Pazifikküste eine moderne Infrastruktur und der an die Spanier erinnernde Kolonialstil vorherrscht, beherbergt die Mitte des Landes den Großteil der einheimischen Bevölkerung und zahllose Kaffee-Plantagen in hügeliger Umgebung. Wer es ursprünglich mag, sollte die Corn Islands an der Karibikküste ansteuern. Fernab von riesigen Hotelbauten und Touristenströmen gibt es hier nicht einmal Internet – der perfekte Ort für Entspannung pur!

Folgende Highlights des Landes solltet ihr unbedingt gesehen haben:

  • Cañón de Somoto (ein erst 2004 entdecktes, imposantes Tal)
  • Parque Central in Granada (Lebensmittelpunkt Granadas mit wunderschönen Kolonialgebäuden)
  • El Fortin (Militärfort mit uneingeschränktem Panoramablick)

8. Aruba (Niederländische Karibikinsel)

Die Einwohner nennen sie liebevoll „One Happy Island“, denn auf Aruba werden Freundlichkeit und gute Laune großgeschrieben. Dazu passen die bunten Häuser im niederländischen Zuckerbäckerstil in Oranjestad, der Hauptstadt der Insel. Neben den obligatorischen Traumstränden (zum Beispiel Eagle Beach oder Palm Beach) locken auch die Städte, denn auf Aruba kann nach Herzenslust geshoppt werden.

Über Aruba scheint die Sonne

Über Aruba scheint die Sonne

Ins Auge springen die typischen Divi-Divi-Bäume der Insel, die nicht geradewegs nach oben, sondern vor allem seitlich wachsen. Sie sind unter anderem im Arikok Nationalpark zu bewundern, neben bizarren Lavaformationen, trockenen Flussbetten und einsamen Buchten. Besonders spannend: die  historischen Höhlenmalereien der Caquetio-Indianer. 

9. Antigua (Antigua und Barbuda)

Die stetig wehenden Passatwinde machen die kleine Insel Antiguazum Paradies für Segler und Surfer. Den entsprechenden Spot können sie sich dabei frei aussuchen, schließlich hat die Insel sprichwörtlich „genauso viele Strände, wie das Jahr Tage hat“. Wenn nicht gerade ein Kreuzfahrtschiff angelegt hat, könnt ihr diese sogar mehr oder weniger für euch allein genießen.

Türkisfarbenes Meer an der Karibikinsel Antigua

Türkisfarbenes Meer an der Karibikinsel Antigua

Wer sich für Geschichte interessiert, sollte unbedingt Nelson’s Dockyard im Süden der Insel einen Besuch abstatten. Hierbei handelt es sich um einen der wenigen Naturhäfen der Karibik. Mit Betty’s Hope lässt sich eine ehemalige Zuckerrohrplantage besichtigen. Auch die Devil’s Bridge, eine natürliche, durch den Atlantik geformte Felsenbrücke im Indian Town Nationalpark ist einen Besuch wert. Ebenfalls imposant: die an Stonehenge erinnernden Megalithen im Green Castle Hill Nationalpark, die vermutlich als historisches Observatorium dienten.

10. Cayman Islands (Britische Überseegebiete)

Grand Cayman, Little Cayman und Cayman Brac bilden zusammen die Inselgruppe der Kaimaninseln, benannt nach den gleichnamigen Echsen, die hier zu Hause sind. Auch hier kommen Taucher auf ihre Kosten: Wasserechsen, Schildkrötenkolonien und große Korallenriffe locken. Wer es außergewöhnlicher mag, kann vor Cayman Brac ein gesunkenes russisches Kriegsschiff per Tauchgang erkunden – eine in der westlichen Hemisphäre einzigartige Möglichkeit.

Ihr sucht fantastische Tauchspots in weniger weiter Ferne? Unsere Empfehlungen für Taucherlebnisse weltweit.

Wer ein Herz für Tiere hat, ist auf den Cayman Islands genau richtig. In Ausflugsbooten mit gläsernem Boden kann die heimische Unterwasserwelt trockenen Fußes bestaunt werden. In Rum Point können Stachelrochen gefüttert und auf der Cayman Turtle Farm Schildkröten bei der Aufzucht beobachtet werden. Natürlich sind auch die obligatorischen Reitausflüge möglich.

Seven Mile Beach auf Grand Cayman

Seven Mile Beach auf Grand Cayman

Ebenfalls beachtenswert ist das kulturelle Angebot. Gerade die Hauptstadt George Town bietet mit ihrem bekannten Glockenturm, dem Legislative Assembly oder dem General Post Office imposante Architektur. Ein landschaftliches Highlight ist das Höhlensystem Pirate’s Cave in Bodden Town, das im 18. Jahrhundert von Piraten als Zufluchtsort genutzt wurde. Einmal vor Ort kann auch die sechs Kilometer lange Steinmauer besucht werden, die ehrfurchtsvoll Chinesische Mauer von Grand Cayman genannt wird.

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