Die 16 Nationalparks in Deutschland


Auch wenn ihr Deutschland vielleicht nicht zuerst mit Nationalparks verbindet – in insgesamt 16 Stück gibt es unberührte Flora und Fauna, die ihr unbedingt gesehen haben solltet. Hier führt die Natur noch Regie und wird ganz sich selbst überlassen. Das Ergebnis sind artenreiche und einzigartige Landschaften mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten und ihren ganz spezifischen Besonderheiten. Viel Spaß beim Erkunden und Entdecken!

1. Nationalpark Bayerischer Wald

Gewiss habt ihr schon vom Bayerischen Wald gehört. In ihm befindet sich der älteste Nationalpark Deutschlands, gegründet im Jahr 1970. Er ist Teil der größten zusammenhängenden Waldfläche Zentraleuropas, gemeinsam mit dem Böhmerwald in Tschechien. Damit gilt auch der Nationalpark Bayerischer Wald als einer der wichtigsten Lebensräume für seltene Tierarten wie beispielsweise Fischotter, Schwarzstörche, Siebenschläfer, Wanderfalken, Wildkatzen, Auerhühner oder den Wespenbussard. Sie alle finden ihr Zuhause zwischen zahlreichen Bergmischwäldern mit Tannen und Buchen, Bergbächen, Mooren sowie Blockhalden.

Nationalpark Bayerischer Wald
Nationalpark Bayerischer Wald

Im Jahr 1997 wurde der Nationalpark erweitert und zählt mittlerweile 24.250 Hektar Fläche. Aber nicht nur die Natur sorgt im Bayerischen Wald für spannende Momente, sondern auch verschiedene Freizeitparks sowie eine Westernstadt, die sich in unmittelbarer Nähe befinden und ein wahrer Besuchermagnet sind. Die perfekte Destination also für einen Aktivurlaub, bei dem ihr Urwaldreste ebenso bestaunen könnt wie fichtenreiche Hochlagenwälder und seltene Hochmoore. Hier findet ihr außerdem den Baumwipfelpfad Bayerischer Wald, von wo aus ihr auf Holzwegen sowie hängenden Brücken in 30 Metern Höhe einen atemberaubenden Rundumblick über den Nationalpark genießen könnt.

2. Nationalpark Berchtesgaden

Ebenfalls in Bayern liegt der Nationalpark Berchtesgaden, der nur wenige Jahre nach dem Bayerischen Wald gegründet wurde – und zwar im Jahr 1978. Er stellt den einzigen der deutschen Nationalparks dar, der einen Teil der Alpen umfasst und erstreckt sich über 20.804 Hektar. In ihnen zeigen sich neben (sub)montanen Wäldern auch Felsschuttflure, Almweiden, Latschen-Gebüsche, Rasengesellschaften sowie zahlreiche kleinere und größere Seen. Die vielfältige Natur bietet unzähligen Tieren eine Heimat, darunter dem Alpensteinbock, dem Steinadler, dem Murmeltier, dem Alpenschneehuhn sowie Schneehasen und -mäusen. Erwartet wird zudem, dass in absehbarer Zeit Wölfe, Luchse sowie Braunbären in den Nationalpark Berchtesgaden zurückkehren könnten.

Nationalpark Berchtesgadener Land
Nationalpark Berchtesgadener Land

Im Nationalpark Berchtesgaden seid ihr aber nicht nur als Tierliebhaber richtig aufgehoben, sondern auch, wenn ihr sprichwörtlich hoch hinaus wollt. Der Watzmann als höchster Berg misst hier ganze 2.713 Meter. Aber auch an einfachen Wanderrouten oder schönen Radwegen mangelt es in der Region nicht. Ein absolutes Must-see ist übrigens der Königsee, der im Herzen des Nationalparks liegt und für seine Schönheit weltberühmt ist.

3. Nationalpark Eifel

Erst seit dem Jahr 2004 gibt es den Nationalpark Eifel, welcher damit der erste und bislang einzige Nationalpark im Bundesland Nordrhein-Westfalen ist. Er besteht hauptsächlich aus Buchenmischwäldern, die atlantisch geprägt sind und sich abwechseln mit Felsen, Bächen sowie Magerweiden. Ein optimaler Lebensraum für mehr als 8.200 verschiedene Tierarten, beispielsweise Wildkatzen und Schwarzstörche. Ausgedehnte Wanderungen oder Ausflüge zu Sehenswürdigkeiten wie dem Rurstausee, der Abtei Mariawald oder dem einstigen Truppenübungsplatz Vogelsang machen euren Aufenthalt hier zu einem besonderen Erlebnis.

Blick auf den Rursee im Nationalpark Eifel
Blick auf den Rursee im Nationalpark Eifel

Die leicht bergige Landschaft bietet aber nicht nur tagsüber zahlreiche Highlights, sondern auch in der Nacht. Im Nationalpark Eifel könnt ihr nämlich bei klarer Sicht einen prachtvollen Sternenhimmel bewundern, ohne störende Lichtquellen in der Nähe. Er trägt daher auch den Beinamen „Sternenpark“, welcher ihm von der International-Dark-Sky-Association verliehen wurde.

4. Nationalpark Hainich

Im Jahr 1997 wurde der Nationalpark Hainich ins Leben gerufen, der sich über 7.513 Hektar in Thüringen erstreckt. Er besteht weitestgehend aus Buchen- sowie Laubmischwäldern und soll sich im Laufe der Jahre in einen typisch mitteleuropäischen Urwald zurückverwandeln. Schon jetzt stellt er die größte nutzungsfreie Laubwaldfläche in ganz Deutschland dar. Gezählt wurden dort bislang 14 verschiedene Arten von Fledermäusen, ebenso wie zahlreiche Schwarzstorche, Wildkatzen, Gelbhalsmäuse und sieben unterschiedliche Spechtarten.

Baumkronenpfad im Nationalpark Hainich
Baumkronenpfad im Nationalpark Hainich

Wenn ihr euch für einen Ausflug in den Nationalpark Hainich entschließt, solltet ihr bestenfalls im Frühjahr anreisen. Denn dann präsentiert sich die Natur in ihrer schönsten Pracht. Nicht ohne Grund ist er bekannt für seine unzähligen Frühblüher, die ihn nach dem Winter in ein buntes Blütenmeer verwandeln. In seiner vollen Schönheit überblicken könnt ihr den Wald am besten von dem 500 Meter langen sowie höchsten Baumkronenpfad Deutschlands aus.

5. Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer

Das Wattenmeer ist eine einzigartige Landschaft und umfasst daher gleich mehrere Nationalparks. Einer davon ist das Hamburgische Wattenmeer, wobei es sich um eine Exklave handelt, welche im Mündungsgebiet der Elbe in die Nordsee liegt. Gegründet wurde der Nationalpark im Jahr 1990 und anschließend im Jahr 2001 noch einmal auf 13.750 Hektar erweitert – wovon jedoch 97 Prozent von Wasser bedeckt sind. Wenn ihr das Hamburgische Wattenmeer also besichtigen möchtet, müsst ihr euch an den Gezeiten ausrichten, die dort ebenso wie der Brackwassereinfluss als besonders stark gelten.

Wattenmeer
Unser Tipp: Wanderung im Wattenmeer

Zum Nationalpark gehören ebenfalls eine bewohnte und zwei Düneninseln. Tierische Bewohner gibt es dort aber noch deutlich mehr: Etwa 2.000 verschiedene Tierarten nennen das Hamburgische Wattenmeer ihr Zuhause, darunter Seehunde, Kegelrobben, Eiderenten, Brandgänse oder Kormorane. Das Hamburgische Wattenmeer gilt als eine der vogelreichsten Regionen in ganz Mitteleuropa und zählt (nicht nur) deshalb mittlerweile auch zum UNESCO-Weltnaturerbe. Im Gegensatz zu den bewaldeten Nationalparks in Deutschland, findet ihr hier vor allem Sanddünen, Salzwiesen, Watt und Seehundbänke vor.

6. Nationalpark Harz

Zieht es euch hingegen wieder zurück in den Wald, findet ihr im Harz auf 24.759 Hektar den größten Waldnationalpark von ganz Deutschland. Er entstand im Jahr 2006 aus einem Zusammenschluss der Nationalparks Hochharz sowie Harz und umfasst neben zahlreichen Fließgewässern sowie Buchen- und Hochlagen-Fichtenwäldern auch wertvolles Hochmoor. Durch eine Renaturierung vorangetrieben, haben sich hier in den vergangenen Jahren zahlreiche Tierarten (wieder) angesiedelt, darunter auch der vom Aussterben bedrohte Luchs. Bei einer Wanderung durch den Nationalpark Harz könnt ihr außerdem bunte Bergwiesen, skurrile Felsformationen und spannende Blockhalden entdecken.

Eckerstausee im Nationalpark Harz
Eckerstausee im Nationalpark Harz

Der markanteste Punkt im Harzer Nationalpark ist der Brocken, der mit 1.141 Metern die höchste Erhebung der Region ist. Er lädt nicht nur im Sommer zum Wandern ein, sondern auch im Winter zum Skifahren oder Rodeln. Zudem können Aktivurlauber hier auf vielen sehenswerten Strecken mit dem Mountainbike fahren oder klettern. Ein Aufstieg auf den Brocken lohnt sich in jedem Fall – allein schon aufgrund des herrlichen Panoramas. Der Legende nach sollen hier zudem stets in der Nacht auf den 1. Mai die Hexen zur Walpurgisnacht erscheinen. Und braucht ihr eine kurze Pause, könnt ihr in einer von insgesamt sieben Waldgaststätten einkehren, die zwischen der einmaligen Natur und Attraktionen wie Erlebnispfaden oder Wildtier-Beobachtungs-Stationen eingebettet sind.

7. Nationalpark Hunsrück-Hochwald

Auch der Nationalpark Hunsrück-Hochwald erstreckt sich über zwei Bundesländer. Er liegt nur unweit vom Nationalpark Eifel entfernt und gilt durch seine Gründung im Jahr 2015 als jüngster der deutschen Nationalparks. Wenn ihr einmal eine Wildkatze in ihrem natürlichen Lebensraum beobachten möchtet, habt ihr hier die besten Chancen. Denn der Nationalpark zählt das größte Aufkommen an Wildkatzen in ganz Europa. Außerdem leben hier Fledermäuse, Rehe, zahlreiche Vogelarten und viele weitere Tiere auf etwa 10.120 Hektar.

Blick von der Mörschieder Burr im Nationalpark Hunsrück-Hochwald
Blick von der Mörschieder Burr im Nationalpark Hunsrück-Hochwald

Sei es beim Wandern, mit dem Fahrrad oder auf dem Pferd – es gibt viele Möglichkeiten, den Nationalpark zu erkunden. Zwar befindet er sich noch in der Renaturierung, doch schon jetzt könnt ihr neben den künstlich gepflanzten Fichten zunehmend heimische Pflanzen sowie Moore finden. Ein Highlight sind zudem die seltenen Schwarzspechte und Schwarzstörche, die ihr mit etwas Glück zwischen den Bäumen entdecken könnt.

8. Nationalpark Jasmund

Klein, aber oho – das trifft auf den kleinsten Nationalpark Deutschlands definitiv zu! Jasmund zählt nur rund 3.003 Hektar, ist aber durch seine einzigartige Lage auf der Halbinsel im Nordosten Rügens absolut sehenswert. Überregional bekannt ist die Halbinsel Jasmund für ihr Kreidekliff, das bis zu 188 Meter tief abfällt. Rundherum befinden sich hauptsächlich Buchenwälder, Blockstrände sowie Moore und die Ostseeküste ist natürlich ebenfalls nicht weit entfernt. Dieser einzigartige Lebensraum zwischen Kesselmooren und Salzwasser bietet Pflanzen einen Lebensraum, die ansonsten in Deutschland eher selten anzutreffen sind. Dazu zählen beispielsweise Wildäpfel und -birnen, Schwarzerlen oder Elsbeeren und Eiben. Sogar Orchideen wachsen auf Jasmund und tauchen die Halbinsel in ein buntes Gewand.

Nationalpark Jasmund auf Rügen
Nationalpark Jasmund auf Rügen

Haltet ihr Ausschau nach Tieren, so werdet ihr Mehlschwalben, Kreideeulen oder Eisvögel entdecken. Außerdem leben auf und um Jasmund Wanderfalken und Seeadler. Am Boden grasen derweil Damhirsche sowie Schwarzwild. Vom Königsstuhl aus, dem höchsten Punkt auf Jasmund, genießt ihr einen unglaublichen Blick über die Weiten des Meeres. Am besten kommt ihr zum Sonnenuntergang – denn dann sollen die Kreidefelsen einer der romantischsten Orte Deutschlands sein. Seit dem Jahr 2011 gehört Jasmund auch zum UNESCO-Weltnaturerbe.

9. Nationalpark Kellerwald-Edersee

Mehr als 10.000 verschiedene Pflanzen-, Pilz- und Tierarten tummeln sich im Nationalpark Kellerwald-Edersee auf 5.738 Hektar. Er stellt den zweitjüngsten Nationalpark von Deutschland dar und umfasst mit dem Edersee einen der schönsten Badeseen von Deutschland. Der hessische Nationalpark besteht vor allem aus Buchen-, Eichen-Trocken-, Edellaub- und Hangwäldern. Im Jahr 2007 wurde hier sogar die erste zurückgekehrte Wildkatze entdeckt. Doch auch zahlreiche andere Säugetiere sowie Vögel und Insekten lassen sich bei genauem Hinsehen entdecken.

Edersee im Nationalpark Kellerwald-Edersee
Edersee im Nationalpark Kellerwald-Edersee

Für Besucher jeden Alters ist hier zwischen dem Wildtierpark, verschiedenen Erlebnispfaden und abwechslungsreichen Wander- sowie Radwegen eine Menge geboten. Dazu gehört auch der Baumkronenpfad am Edersee sowie die Ederstaumauer. Wünscht ihr es euch hingegen rasant, solltet ihr eine Fahrt mit der Sommerrodelbahn machen. Seine besondere Atmosphäre entfaltet der Kellerwald vor allem am Abend, wenn die Dämmerung einsetzt. Dann könnt ihr neben den 822 Schmetterlingsarten, Wildschweinen oder Siebenschläfern nämlich auch nachtaktive Tiere wie 15 Fledermausarten oder Uhus beobachten.

10. Nationalpark Müritz

Die Mecklenburgische Seenplatte ist bekannt als eine der schönsten Regionen Deutschlands. Ein Teil von ihr gehört zum Nationalpark Müritz, der insgesamt 32.000 Hektar zählt. Sein anderer Teil besteht aus der Feldberger Seenlandschaft. Hier findet ihr also zahlreiche kleinere und größere Gewässer, aber auch Buchen- und Kiefernwälder, mehr als 400 Moore, zusätzlich Röhrichte sowie Birken- und Erlenbruch. Diese einzigartige Landschaft zieht auch allerhand Tiere an, darunter seltene Arten, die ihr kaum anderswo in Deutschland zu sehen bekommt: Fisch- und Seeadler kreisen über dem Wasser, ebenso wie Krick- oder Knäckenten. Außerdem gibt es hier Rohrdommeln, Kraniche, Grün- sowie Rotschenkel, Teichrohrsänger, Zwergstrandläufer und Schwarzstörche.

Unberührtes Ufer im Nationalpark Müritz
Unberührtes Ufer im Nationalpark Müritz

Wenn ihr diese alten Wälder und unzähligen Gewässer nicht zu Fuß erkunden möchtet, könnt ihr euch auch ein Kanu mieten. Neben den Wanderwegen zählt der Nationalpark Müritz zudem zahlreiche Radwege inklusive Rastplätzen. Beliebte Ausflugsziele sind zum Beispiel das Kloster Malchow, das Segeln auf der Mecklenburgischen Seenlatte oder das Müritzeum.

11. Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer

Der zweite Nationalpark im Wattenmeer besteht aus den Ostfriesischen Inseln sowie einigen weiteren Watten und Seemarschen in Niedersachsen. Das Niedersächsische Wattenmeer gehört zum UNESCO-Weltnaturerbe und zählt eine Fläche von 227.608 Hektar. Ziel ist, die Lebensräume im Wattenmeer, rund um die Dünen und die Salzwiesen zu schützen. Hier leben bevorzugt Seehunde, aber auch zahlreiche Vögel wie Seeschwalben oder Säbelschnäbler und rund 4.000 weitere Tier- oder Pflanzenarten. Wenn ihr zum Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer reist, dürft ihr es keinesfalls verpassen, eine Wattwanderung durch diesen einzigartigen Lebensraum zu machen!

Blick nach Emden im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer
Blick nach Emden im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer

Die Ostfriesischen Inseln in der Nordsee, die ebenfalls zum Wattenmeer gehören, sind größtenteils autofrei und bieten euch je nach Jahreszeit hervorragende Bedingungen zum Baden. Sie lauten auf die Namen Juist, Norderney, Borkum, Spiegeroog, Langeoog, Wangerooge sowie Baltrum. Ihr könnt diese mit dem Schiff besuchen oder je nach Tide zu Fuß erreichen. An den Stränden auf den Inseln sowie dem Festland gibt es außerdem zahlreiche Seehundbänke und manchmal lassen sich sogar Schweinswale im Wasser blicken. Der Nationalpark, der nur rund 5,5 Prozent Landfläche zählt, erstreckt sich vom Hamburgischen Wattenmeer bis zur niederländischen Grenze.

12. Nationalpark Sächsische Schweiz

An der Grenze zu Tschechien befindet sich hingegen die sogenannte Sächsische Schweiz im Elbsandsteingebirge. Der Nationalpark wurde im Jahr 1990 gegründet und umfasst 9.350 Hektar. Hinter der Grenze schließt er direkt an den Nationalpark Böhmische Schweiz an. Das Elbsandsteingebirge ist ein beliebtes Reiseziel für Aktivurlauber, denn hier könnt ihr nach Belieben wandern, Fahrrad fahren oder klettern. Die abwechslungsreiche Landschaft besteht aus Sandsteinfelsen, die sich mit Schatthangwäldern und Schluchten abwechseln. Ebenso vielfältig ist hier dementsprechend auch die Flora und Fauna. Neben insgesamt 16 verschiedenen Fledermausarten leben hier zahlreiche Vögel wie der Eisvogel, Habicht, Schwarzstorch, Specht oder die Eule.

Panorama im Nationalpark Sächsische Schweiz
Panorama im Nationalpark Sächsische Schweiz

Aber auch seltene Schlangen wie die Ringelnatter oder Kreuzotter und Säugetiere wie Luchse oder Marder könnt ihr hier mit etwas Glück beobachten. An Sehenswürdigkeiten in der Sächsischen Schweiz mangelt es ebenso wenig: Da wäre die weltberühmte Bastei, der Malerweg, die Festung Königsstein, der Lichtenhainer Wasserfall und vieles mehr. Doch auch die Felsformationen an sich sind im Elbsandsteingebirge eine Reise wert und ein wahres Paradies für Kletterbegeisterte. Der Felsen-Nationalpark ist nicht ohne Grund eines der beliebtesten inländischen Reiseziele der Deutschen.

13. Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer

Ebenfalls in der Nordsee gelegen, ist auch das Schleswig-Holsteinische Wattenmeer, welches seit dem Jahr 1985 als Nationalpark geschützt ist. Nur 2,3 Prozent bestehen hier aus Landfläche, der Rest ist vom Wattenmeer bedeckt. Im Jahr 1999 wurde der Nationalpark auf insgesamt 441.500 Hektar ausgeweitet und dient vor allem dem Schutz der natürlichen Lebensräume von Seehunden, Schweinswalen und Kegelrobben. Doch auch zahlreiche weitere Tiere finden hier ihr Zuhause: Lach- und Heringsmöwen, Grünschenkel, Säbelschnäbler, Austernfischer, Brandgans, Ringelgangs und der große Brachvogel – deren Bestände allesamt in erschreckendem Ausmaß zurückgegangen sind.

Weststrand von Sylt im Schleswig-Holsteinischen Wattenmeer
Weststrand von Sylt im Schleswig-Holsteinischen Wattenmeer

Geschützt werden sollen außerdem die vor Ort lebenden Krebse, Wattwürmer, Fische und 3.200 weiteren Tierarten. Wenn ihr einen Ausflug ans Schleswig-Holsteinische Wattenmeer plant, kommt ihr am besten im Frühjahr oder Spätsommer, denn dann rasten hier zahlreiche Zugvögel. Doch auch die Sommermonate sind im Nationalpark wunderschön, der bekannt ist für sein lilanes Blütenmeer aus den von Halligflieder übersäten Wiesen.

14. Nationalpark Schwarzwald

Ganz am anderen Ende von Deutschland, im südwestlichen Baden-Württemberg, befindet sich der Nationalpark Schwarzwald. Der riesige Urwald besteht hauptsächlich aus Tannen, Buchen sowie Fichten und gilt als einer der wichtigsten deutschen Lebensräume für den Specht. Außerdem beherbergt der Schwarzwald Rothirsche, Wildschweine, Alpenspitzmäuse, Baummarder, den Raufußkauz und Rehe. Ein beliebtes Reiseziel ist der Nationalpark Schwarzwald sowohl im Sommer als auch im Winter, wenn er meist unter einer dicken Schneedecke liegt und eine mystische Atmosphäre ausstrahlt.

Schwarzwald nahe Freiburg
Nationalpark Schwarzwald nahe Freiburg

Sei es im Sommer beim Wandern oder im Winter mit Schneeschuhen beziehungsweise Langlaufskiern: Der Schwarzwald ist ein Must-see unter den deutschen Nationalparks. Er steht auf der ältesten Mittelgebirgsformation von Europa und betört durch skurrile Felsformationen sowie wilde Wasserfälle. Vor der bergigen Kulisse findet ihr abwechslungsreiche Landschaften mit spannender Geschichte. Zudem ist der Schwarzwald eine hervorragende Destination für einen Wellness-Urlaub mit luxuriösen Hotels und wohltuenden Thermalbädern.

15. Nationalpark Unteres Odertal

Auf 17.774 Hektar Fläche erstreckt sich im Bundesland Brandenburg das Landschaftsschutzgebiet Nationalparkregion Unteres Odertal. Weitere 10.323 Hektar bilden darin das Herz: den Nationalpark Unteres Odertal. Und damit noch nicht genug, denn hinter der polnischen Grenze geht der Internationalpark Unteres Odertal sogar noch weiter und zählt somit insgesamt 117.200 Hektar. Hier kann sich die Natur noch in unberührter Pracht entfalten. Zwischen Wasserarmen der Oder, Feuchtgrünland, Steppenrasen, Röhrichtbeständen sowie Hangwäldern findet ihr hier eine abwechslungsreiche Landschaft mit einer Menge Leben: Weißstörche, Biber, Uferschnepfen, Singschwäne, Fischotter, Eisvögel oder durchreisende Zugvögel sind dabei nur einige Beispiele von vielen.

Luftaufnahme vom Nationalpark Unteres Odertal
Luftaufnahme vom Nationalpark Unteres Odertal

Für euch bedeutet das ein regelrechtes Paradies zum Wandern oder Fahrradfahren. Inbegriffen ist ein Teil des Oder-Neiße-Radweges, doch auch zahlreiche weitere Routen führen quer durch den Nationalpark. Alternativ könnt ihr die Gegend mit dem Kanu erkunden. Dieser ist aber auch im Winter einen Besuch wert und präsentiert sich dann mit vollkommen anderem Erscheinungsbild: Die Ruhe der schneebedeckten Natur zwischen Mooren, Sümpfen und Wäldern wirkt beinahe unheimlich. Berühmt ist das Untere Odertal außerdem für seine Polderflächen durch die künstlichen Deiche, die vor allem im Winter die angrenzenden Ortschaften schützen sollen.

16. Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft

Der letzte der 16 deutschen Nationalparks befindet sich ebenfalls in Mecklenburg-Vorpommern und ist noch größer als Müritz oder Jasmund. Er umschließt 80.500 Hektar an der Bodden- und Ostseeküste, außerdem die Halbinsel Darß-Zingst. Ähnlich wie das Wattenmeer, finden sich hier also vor allem Dünen, Strände und Windwatten, aber auch Wälder, Sandhaken und Kliffs. Es handelt sich somit um den weltweit größten Brackwasserlebensraum, sprich eine Mischung aus Salz- und Süßwasser der ins Meer mündenden Flüsse.

Darßer Weststrand im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft
Darßer Weststrand im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft

Dementsprechend vielfältig ist auch die Tierwelt im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft: Wildschweine leben hier ebenso wie Mufflons und Kegelrobben. Die Bäume wachsen mitunter direkt aus dem Wasser und werden zum Rastplatz für Zugvögel. Der Ostsee-Hering laicht derweil in den flachen Buchten und im Herbst könnt ihr zahlreiche Kraniche beobachten. Aufgrund der vielen Gewässer lässt sich der Nationalpark besonders gut mit dem Kanu erkunden. Sogar das Baden ist vielerorts rund um die Halbinsel Darß-Zingst möglich oder ihr spaziert am 18 Kilometer langen weißen Sandstrand.

Sag uns Deine Meinung zu diesem Thema

* Pflichtfelder