Kurtaxe in Deutschland und Europa


Das Urlaubsbudget ist meist ziemlich fest verplant und für die schönen Reisemomente reserviert. Doch was nicht vergessen werden darf: Die Kurtaxe fällt in vielen Regionen Europas an und kommt in Form zusätzlicher Kosten zu An- und Abreise sowie der Unterkunft zu der Planung eurer Finanzen hinzu.

Wofür ihr die Kurtaxe bezahlt, an welchen Orten sie erhoben wird und was eigentlich passiert, wenn ihr euch davor drückt, sie zu begleichen – in diesem Artikel beantworten wir euch die wichtigsten Fragen rund um die Tourismusabgabe.

Was ist die Kurtaxe?

Die Kurtaxe wird unter anderem auch Tourismussteuer, Gäste-, Ortstaxe, Tourismus- oder Fremdenverkehrsabgabe genannt. Dabei handelt es sich um eine finanzielle Kommunalabgabe, welche Touristen an ihrem Urlaubsort leisten müssen. Erstmalig wurde die Tourismusabgabe im Jahr 1507 in Baden-Baden erhoben.

Kurtaxe in Deutschland
Kurtaxe in Deutschland

Wozu dient die Kurtaxe?

Die Kurtaxe dient in erster Linie dem Erhalt der Umwelt und wird beispielsweise für Säuberungsarbeiten und die Pflege des Urlaubsortes verwendet. Doch auch kostenlose Tourismusinformationen, Eintritte zu Sehenswürdigkeiten sowie Veranstaltungen und die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel können durch die Kurtaxe ermöglicht werden. Sie sorgt dafür, dass der Urlaubsort erholsam bleibt und für Touristen weiterhin einladend erscheint.

Die Vorteile der Kurtaxe auf einen Blick:

  • Pflege und Säuberung des Ortes, der Strände, der Wege und der sanitären Anlagen
  • Ausbau der touristischen Infrastruktur
  • Ausbau von Rad- und Wanderwegen
  • Bereitstellung öffentlicher Toiletten und Strandduschen
  • Möglichkeiten der Kinderbetreuung
  • Kostenlose Tourismusinformationen
  • Freier Eintritt für Kulturveranstaltungen, Sehenswürdigkeiten, Ausstellungen, Museen, Lesungen und Konzerte
  • Kostenlose oder ermäßigte Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel der Region

Meist werden somit durch die Gelder der Kurtaxen verschiedene Firmen von der Gemeinde engagiert, die für diese Aufgaben zuständig sind.

Wo wird die Kurtaxe erhoben?

Nicht überall wird eine Kurtaxe von Touristen verlangt, sondern hauptsächlich in europäischen Kurorten, die durch Heilstätten oder Seebäder der Erholung und Entspannung zugutekommen. Weiterhin werden die Kosten durch Ortschaften, die aufgrund von Tourismus in hohem Maße in die touristische Infrastruktur investieren müssen, erhoben.

Kanal im Spreewald
Kanal im Spreewald

In Deutschland wird sie beispielsweise auf den Nordseeinseln, an verschieden Ostseebädern, in einigen Teilen Bayerns sowie im Harz erhoben. Doch auch in unseren Nachbarländern, wie Österreich, Italien, Kroatien, Holland oder der Schweiz, kann für euren Urlaub eine Kurtaxe erhoben werden.

Hier eine kleine Auswahl an deutschen Orten, an denen ihr mit einer Kurtaxe rechnen müsst:

  • Juist
  • Tegernsee
  • Konstanz
  • Burg im Spreewald
  • Garmisch-Patenkirchen
  • Todtmoss
  • Baiersbronn
  • Königsee
  • Bodenmais
  • Bad Füssing
  • Kühlungsborn
  • Ostseebad Binz
  • Helgoland
  • Cuxhaven
  • Grömitz
  • Wangerland
  • Heringsdorf
  • Peter Ording
  • Büsum
  • Bad Homburg
  • Bad Nauheim
  • Borkum
  • Bad Reichenhall
  • Westerland / Sylt
  • Norderney
  • Baden-Baden
  • Bad Kissingen
  • Wangerooge
  • Langeoog
  • Fehmarn

Im Nachbarort erneut Kurtaxe zahlen?

Häufig kommt es vor, dass ihr die Kurtaxe zwar schon für euren gesamten Aufenthalt beglichen habt und euch in Sicherheit wiegt. Doch bei einem Spaziergang oder der Tour mit dem Mietauto verlasst ihr euren Urlaubsort, um die Angebote eines Nachbarortes zu nutzen. Tatsächlich müsst ihr in einem solchen Fall die Kurtaxe erneut zahlen – und zwar für die andere Gemeinde. Wenn ihr dort jedoch nur einen Tagesaufenthalt plant, zahlt ihr auch nur die Tagestaxe für diesen Ort.

Es gibt aber auch Orte, die Partnergemeinden haben und sogenannte Kurkarten für die Nutzung der umliegenden Gemeinden anbieten. So könnt ihr in Schleswig-Holstein etwa 50 andere Gemeinden im Binnenland, der Nordsee und der Ostsee besuchen – ohne erneut eine Kurtaxe leisten zu müssen. Wenn ihr also im Vorfeld schon wisst, dass ihr während eures Urlaubes auch andere Strandabschnitte oder Orte besuchen wollt, erkundigt euch in eurem Ferienort nach der Kurkarte. Diese solltet ihr dann auch stets bei euch tragen, falls an den Stränden oder den Flaniermeilen Kontrollen stattfinden.

Was ist die City Tax?

Beherbergungssteuer auf der Hotelrechnung
Beherbergungssteuer auf der Hotelrechnung

Seit einigen Jahren erheben auch größere Städte, wie Erfurt, Aachen, Lübeck, Weimar, Dresden, Mainz, Berlin, Köln und Bremen eine Steuer bei Übernachtungen – die sogenannte City Tax. Dabei handelt es sich um eine Kulturförderabgabe, – auch Beherbergungssteuer genannt – die zur finanziellen Unterstützung des kulturellen Sektors verwendet und ebenfalls dazu genutzt wird den Tourismus auszubauen und weitreichend zu fördern.

In Berlin beträgt die City Tax beispielsweise fünf Prozent des Netto-Übernachtungspreises.

Wie hoch ist die Kurtaxe?

In Deutschland beträgt die Höhe der Kurtaxe bis zu vier Euro pro Person und Tag oder Übernachtung. Dabei ist sie ganz unabhängig von dem Preis eurer Unterkunft, obwohl sie meist in eurem Hotel oder beim Vermieter eurer Ferienwohnung geleistet wird.  Die Höhe der Kurtaxe kann jedoch von der Gemeinde individuell festgelegt werden und variiert dabei immer von Saison zu Saison.

Wer muss die Kurtaxe bezahlen?

Die Kurtaxe muss von allen Personen bezahlt werden, die ortsfremd sind – also nicht zu den Einwohnern des Ortes gehören, sondern Gäste im Kurort sind. Ob auch für Kinder, Jugendliche oder sogar Hunde die Ortstaxe gezahlt werden muss und wie hoch diese ausfällt, liegt bei der Gemeinde.

In den meisten Ferienorten gibt es für Jugendliche eine Altersbegrenzung, die bei 14, 16 oder 18 Jahren liegt. Ab diesem Alter müssen auch sie eine Kurtaxe leisten. Schwerbehinderte zahlen meist nur die Hälfte des regulären Preises und Menschen, die sich zum Arbeiten im Ort aufhalten, sind meist komplett davon befreit. In einigen Orten bekommen auch Verwandte von Bewohnern des Ortes eine Ermäßigung.

Wegweiser zur Touristeninformation
Wegweiser zur Touristeninformation

Informiert euch dazu am besten online, bei der Tourismusauskunft eures Ferienortes oder bei dem Vermieter eurer Unterkunft.

Kinder und Kurtaxe

Meistens wird für Kinder noch keine Kurtaxe erhoben, denn diese fällt häufig erst ab 14, 16 oder 18 Jahren an. Allerdings gibt es Ausnahmen – so wird beispielsweise in der Kurstadt Bad Nauheim in Hessen, auf der ostfriesischen Insel Langeoof und Norderney schon für Kinder ab sechs Jahren eine Kurtaxe pro Übernachtung fällig. Anders im Ostseebad Kühlungsborn – dort sind Kinder und Jugendliche von der Abgabe komplett befreit, bis sie das 18. Lebensjahr vollendet haben.

Hunde und Kurtaxe

Der Urlaub mit eurem Hund  erfordert ebenfalls eine dahingehende Vorbereitung. Manche Orte verlangen auch für die Vierbeiner eine Kurtaxe. Sie wird in Ostseebädern wie Binz, Sellin, Göhren und Zingst dazu verwendet, die Hundestrände zu säubern und Kotbeutel bereit zu stellen. Die Kurtaxe für Hunde beträgt jedoch meist nur 50 Cent bis einen Euro pro Nacht.

Ermäßigungen oder Befreiungen der Kurtaxe

Einwohner der jeweiligen Gemeinde müssen keine Kurtaxe zahlen, da diese nur für ortsfremde Touristen oder Bewohner anfällt, die lediglich ihren Zweitwohnsitz im Ort haben. Wer in der Gemeinde arbeitet oder eine Ausbildung macht, wird ebenfalls von der Zahlung der Kurtaxe befreit.

Doch wie sieht es mit Seminar-, Lehrgangs- oder Tagungsbesuchern aus?

Meistens müssen auch sie keine Kurtaxe leisten, wenn sie nachweisen können, dass sie sich aus beruflichen Gründen in der Gemeinde aufhalten und die Fremdenverkehrseinrichtungen nicht nutzen. Werden sie diese nutzen, zahlen sie meist sogar nur einen ermäßigten Preis für ihren Aufenthalt.

In vielen Orten, wie beispielsweise in Kühlungsborn an der Ostsee sind auch erkrankte Menschen von der Kurtaxe befreit, die bettlägerig sind und keine touristischen Angebote oder öffentlichen Verkehrsmittel nutzen können. Diese Regelung betrifft auch Patienten einer Reha-Klinik, welche jedoch die Kurtaxe zahlen müssen, sobald sie die touristischen Angebote des Ortes wahrnehmen. Dieser Betrag wird jedoch meist von der Reha-Klinik im Kurort übernommen und fällt dementsprechend nicht an.

Ermäßigungen gibt es in der Regel für Menschen mit einer Schwerbehinderung, für Sozialhilfeempfänger, Kriegsveteranen, Schüler, Studenten, Auszubildende, Grundwehr- und Zivildienstleistende sowie Eltern, die sich im Erziehungsjahr befinden. Hier braucht ihr jedoch einen entsprechenden Nachweis.

Wann und wo muss die Kurtaxe bezahlt werden?

Die Kurtaxe solltet ihr direkt am Tag eurer Anreise in eurem Hotel oder im Zentrum für Touristik zahlen, falls sie nicht schon in eurem Reisepreis inbegriffen war. Die Vermieter und Gastgeber lassen euch jedoch auch oft Zeit, die Kurtaxe erst bis zum Tag eurer Abreise zu begleichen. In der Regel zahlt ihr euren gesamten Aufenthalt einmalig. Als Dauergäste könnt ihr euch auch dazu entschließen, eine Jahreskurabgabe zu leisten und somit die Einzelzahlungen umgehen.

Aufforderung zum Zahlen der Kurtaxe
Aufforderung zum Zahlen der Kurtaxe

Meist fällt die Kurtaxe jedoch nur an, wenn ihr auch im jeweiligen Ort übernachtet, doch manche Orte an der Nord- oder Ostsee erheben auch eine Tagestaxe. Diese müsst ihr auch zahlen, wenn ihr nicht über Nacht bleibt und wird meist an den Zugängen zu Stränden, bei der Kurverwaltung, an Automaten oder in Touristikzentren gezahlt. Übrigens muss diese Tagestaxe auch von den Bewohnern des Ortes bezahlt werden, wenn diese nur ihren Zweitwohnsitz im Kurort haben.

Zahlungspflicht für die Kurtaxe?

Ja, ihr müsst zahlen, denn die Abgabe der Kurtaxe ist rechtlich festgeschrieben, nämlich im Kommunalabgabengesetz (KAG). In diesem Gesetz werden jegliche Kommunalabgaben, wie Steuern, Beiträge und Gebühren festgehalten, wie eben auch die Kurtaxe. Ihr seid also gesetzlich verpflichtet, die Kurtaxe zu zahlen.

Über die Höhe der Abgabe könnt ihr euch bei der jeweiligen Gemeinde informieren.

Was passiert, wenn man keine Kurtaxe bezahlt?

Solltet ihr bis zum Tag eurer Abreise der Zahlung der Kurtaxe nicht nachgekommen sein, begeht ihr eine Ordnungswidrigkeit und als Konsequenz wird ein Bußgeld nach dem örtlichen Bußgeldkatalog fällig.

Meist entspricht das Strafmaß dem zehnfachen der eigentlichen Kurtaxe und auf der Insel Fehmarn wird sogar ein Bußgeld von 500 Euro fällig. Während der Hochsaison müsst ihr mit Kontrollen rechnen, die zum Beispiel am Strand stattfinden.

Nicht zu bezahlen ist also eine schlechte Idee. Deswegen solltet ihr euch nicht vor der Kurtaxe drücken und immer im Hinterkopf behalten, dass sie letztendlich dazu verwendet wird, euch einen angenehmen Urlaub zu ermöglichen.

Kurtaxe in anderen Ländern

Auch in anderen Ländern Europas gibt es so etwas wie eine Kurtaxe. Wenn ihr Urlaub im „17. Bundesland“ von Deutschland macht, gibt es für Mallorca eine spezielle Kurtaxenregelung. Wir verschaffen euch einen Überblick über weitere Länder mit ihren jeweiligen Abgaben und Besonderheiten.

Balearen

Seit 2016 gibt es auf den gesamten Balearen die „Ecotasa“, die Touristensteuer. Zwar gab es diese auf Mallorca schon früher, doch in diesem Jahr wurde sie dort noch verdoppelt. In luxuriösen Hotels auf den Balearen beträgt die Touristensteuer bis zu vier Euro pro Person und Nacht und in günstigeren Resorts etwa einen Euro.

Ebenso wie in Deutschland zahlt ihr diesen Betrag in eurer Unterkunft. Von der Ecostasa befreit sind auf den Balearen Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren, Reisende aus staatlichen Seniorenprogrammen sowie Angehörige, die Krankenbesuche abstatten. Auf dem Festland Spaniens gelten andere Regelungen.

Griechenland

In Griechenland gibt es die Tourismusabgabe erst seit 2018. Diese beträgt 1,50 Euro pro Person und Übernachtung in einer Unterkunft der Mittelklasse. In einem 4-Sterne-Hotel beträgt diese drei Euro und in einem edlen Luxushotel bis zu vier Euro. Diese Regelungen gelten für das gesamte Land.

Italien

Auch in Italien gibt es die Kurtaxe – und zwar seit dem Jahr 2011. Hier variiert die Höhe des Betrags je nach Region, wobei maximal fünf Euro pro Person und Übernachtung erhoben werden dürfen. Diesen Höchstbetrag zahlt ihr beispielsweise in einem Luxushotel in Venedig oder Rom.

Österreich

In unserem Nachbarland Österreich variieren die Preise der Kurtaxe nicht nur nach Region, sondern auch nach Saison. Während das Burgenland mit 1,50 Euro recht günstig ausfällt, zahlt ihr in Tirol bis zu drei Euro pro Tag – allerdings nur im Winter, der in Österreich als Hochsaison gilt. Die Stadt Wien schlüsselt den Betrag der Kurtaxe nach einer Bemessungsgrundlage von 3,2 Prozent pro Person und Unterkunft.

Kroatien

Kroatien erhebt die Sojourn Tax, die sich nach dem Alter richtet. Nach dieser sind Kinder und Jugendliche bis 12 Jahre vom Beitrag befreit. Jugendliche bis 18 Jahre zahlen 50 Cent und Erwachsene über 18 Jahre zahlen etwa einen Euro am Tag.

Auch Boots- und Schiffführer müssen in Kroatien eine Kurtaxe zahlen. Diese wird je nach Länge des Bootes und der Aufenthaltsdauer im Land berechnet. Ein Boot, welches länger als fünf Meter misst und bis zu acht Tage in Kroatien liegt, kostet seinen Besitzer 400 Euro und ist damit nicht gerade günstig. Wer sein Boot für längere Zeit in Kroatien ankern lässt, zahlt für 90 Tage sogar 2.900 Euro.

Fazit: Die Kurtaxe für den guten Zweck

Gepflegter Strand auf Sylt
Gepflegter Strand auf Sylt

Die Kurtaxe stellt in touristischen Regionen eine sehr wichtige Einnahmequelle dar, welche für die Infrastruktur, die Sauberkeit und Pflege des Ortes unverzichtbar ist. Sie entlastet jedoch nicht nur die Kommunen, auch ihr als Touristen profitiert von der Abgabe. So könnt ihr einen gepflegten und sauberen Ort genießen und habt oft freien Eintritt oder Ermäßigungen in öffentlichen Einrichtungen.

Drückt euch also nicht vor der Kurtaxe, denn dann droht nicht nur ein Bußgeld, sondern auch die Abschaffung all dieser für Touristen positiven Möglichkeiten.

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