Sperrgepäck im Flugzeug


Ob als Skiurlauber mit der eigenen Ausrüstung ins Ausland, mit dem Surfbrett in die Karibik oder einfach nur mit dem Kinderwagen in den wohlverdienten Familienurlaub – zwar reist es sich einfacher mit leichtem Gepäck, doch auch Sperrgepäck könnt ihr mit im Flugzeug transportieren.

Dabei schwirren euch jedoch sicher viele Fragen im Kopf herum: Was könnt ihr alles mitnehmen? Kostet die Mitnahme von sperrigen Gegenständen einen Aufpreis? Und wie wird es überhaupt aufgegeben? Damit die Leichtigkeit des Urlaubs nicht gleich wieder verfliegt, klären wir euch über die wichtigsten Bestimmungen der verschiedenen Airlines auf.

Definition: Was ist Sperrgepäck?

Wie ihr sicher wisst, hängt es bei einer Reise mit dem Flugzeug ganz entscheidend davon ab, wie groß und schwer euer Gepäck ist. Anhand der Maße, dem Gewicht und der Beschaffenheit wird am Flughafen entschieden, ob ihr das Gepäck als Handgepäck mit in die Kabine nehmen dürft oder ob es Frachtraum des Fliegers transportiert werden muss.

Mit Koffer und Rucksack am Flughafen
Mit Koffer und Rucksack am Flughafen

Sperrgepäck wird auch Sonder- oder Spezialgepäck genannt und meint das Gepäck, welches nicht über das automatische Gepäckband verladen werden darf, weil es zu groß, zu sperrig oder schlichtweg zu schwer dafür ist. Für Sperrgepäck gibt es daher eine separate Förderanlage, an der ihr euer Gepäck am Flughafen gesondert aufgeben müsst.

Folgende Gegenstände fallen unter das Sperrgepäck:

 

  • Sportgepäck
    • Tauchgepäck
    • Golfausrüstung
    • Tennisausrüstung
    • Gleitschirm und Flugdrachen
    • Sport- oder Jagdwaffen
    • Angelgepäck
    • Skiausrüstung
    • Wasserski
    • Hockey- und Cricketausrüstung
    • Fahrrad
    • Boards (Surfboard, Kiteboard, Snowboard, Skateboard etc.)
    • Boote (Kanu, Kajak, Schlauchboot etc.)
    • Sonstiges Sportgepäck
  • Tiere
    • Hunde
    • Katzen
    • Nagetiere
    • Vögel
    • Reptilien
    • Sonstige Tiere
  • Medizinisches Gepäck
    • Rollstuhl
    • Beatmungsgeräte
    • Gehhilfen
    • Inhalatoren
    • Sonstiges medizinisches Gepäck
  • Kinderausrüstung
    • Kinderwagen
    • Buggy
    • Kinderautositz
    • Baby-Tragetasche
    • Sonstige Kinderausrüstung
  • Musikinstrumente
    • Gitarre
    • Cello
    • Klarinette
    • Sonstige Musikinstrumente

Transport von Sportgepäck im Flugzeug

Ob es für euch auf die Piste geht, ihr einen Fahrradurlaub plant oder als Wellenreiter in den Süden fliegt – die Frage, wie ihr euer Sportgepäck transportiert, bleibt häufig offen und sorgt meist erst am Flughafen für böse Überraschungen. Sportgepäck meint jegliche Ausrüstung, die ihr für die Ausübung von Sport braucht und muss bei den meisten Fluggesellschaften im Vorfeld angemeldet werden. Außerdem unterliegt es speziellen Verpackungsrichtlinien, damit es auch ohne Beschädigungen am Zielort ankommt.

Sportsachen zum Einpacken
Sportsachen zum Einpacken

Bei den meisten Airlines werden für Sportgepäck zusätzliche Gebühren erhoben, die sich je nach Größe und Gewicht eurer Ausrüstung unterscheiden. So ist eine Tennisausrüstung natürlich kleiner und leichter als ein Fahrrad und somit auch günstiger im Transport. Einige Airlines halten jedoch in ihren Bestimmungen fest, dass einige Ausrüstungen ganz ohne Mehrkosten aufgegeben werden dürfen, wenn sie noch unter die Freigepäckgrenze fallen. Die Mitnahme von Sport- oder Jagdwaffen ist zwar möglich, aber fast immer anmeldepflichtig. Die Munition müsst ihr stets getrennt von der Waffe transportieren und Genehmigungen vorweisen, da dies als Gefahrgut gilt und strengeren Reglementierungen unterliegt.

Transport von Tieren im Flugzeug

Mit dem geliebten Haustier in den Urlaub – das klingt für viele sicher zu schön, um wahr zu sein und ist bei vielen Airlines sogar möglich. Doch auch Tiere müsst ihr einige Tage vor eurem Abflug bei der Fluggesellschaft anmelden und für viele Länder und Airlines gelten besondere Einreisebestimmungen, die ihr unbedingt vorher checken und beachten müsst. So dürfen Kurznasen wie Boxer nicht mit ins Flugzeug und für manche Länder braucht euer Tier noch entsprechende Impfungen, Dokumente oder Medikamente.

Die Mitnahme von Tieren hängt von der Art und Größe der Transportbox ab. Kleine Hunde und Katzen dürfen manchmal sogar mit in die Kabine – dies variiert je nach Airline und liegt bei Größe und Gewicht meist im Bereich des zulässigen Handgepäcks.

Hund in Flugkabine
Hund in Flugkabine

Das Tier muss aber unbedingt in einer wasserdichten und verschlossenen Box auf dem Boden unter eurem Vordersitz untergebracht werden. Herausnehmen dürft ihr das Tier dabei während des gesamten Fluges nicht. Klärt die genauen Bestimmungen unbedingt rechtzeitig ab, denn es gibt keine Garantie für die Mitnahme eures Haustieres. Nicht jedoch bei Blinden- oder Geleithunden – auch diese müsst ihr zwar anmelden, aber Gebühren oder Beschränkungen in Größe und Gewicht entfallen meist.

Andere Nagetiere, Vögel und Reptilien dürfen dagegen nicht mit in die Kabine. Sie müssen, ebenso wie große Hunde, in einem speziellen Teil des Frachtraumes untergebracht werden, der jedoch klimatisiert ist. Auch im Frachtraum müssen die Tiere in einer dafür vorgesehenen Transportbox untergebracht werden. Diese Box muss genügend Platz für das Tier bieten und ihr müsst einen gefüllten Trinkwassernapf bereitstellen. Für die Mitnahme von Listenhunden, wie Pitbulls oder Staffordshire Terrier muss die Transportbox noch stabiler beschaffen sein, falls diese Hunde überhaupt mitfliegen dürfen. Erkundigt euch hier wieder rechtzeitig bei der Airline. Eine Gebühr für den Transport von Tieren in der Kabine ist üblich, während bei der Mitnahme im Frachtraum immer zusätzliche Gebühren auf euch zukommen.

Hund in Transportbox am Flughafen
Hund in Transportbox am Flughafen

Transport von medizinischem Gepäck

Da Gegenstände wie der Rollstuhl, Gehhilfen oder der Kinderwagen bei Bedarf unerlässlich sind, sind diese sehr häufig von Extragebühren ausgenommen. Bei medizinischem Gepäck müsst ihr jedoch nachweisen können, dass ihr das Gepäckstück auch unbedingt benötigt, beispielsweise aufgrund einer Krankheit oder Gehschwäche.

Bei Familien, die mit Kleinkindern unter 2 Jahren reisen, dürft ihr meist eine Tragetasche, den faltbaren Buggy oder den Kindersitz als Freigepäck mit an Bord nehmen. Die Beförderung ist häufig in eurem Ticketpreis inbegriffen.

Transport von Musikinstrumenten im Flugzeug

Viele Musiker sind darauf angewiesen, ihr Instrument mit auf Reisen zu nehmen. Sei es zum Üben, für einen Auftritt oder zum Musizieren auf den Straßen der Welt. Meist ist es sogar möglich, empfindliche Musikinstrumente mit in die Kabine zu nehmen – sogar bis zur ungefähren Größe einer Gitarre. Als zusätzliches Handgepäck werden dabei jedoch oft extra Gebühren erhoben.

Oft ist es je nach Airline Pflicht, das Instrument in einer Soft Case oder Hard Case Hülle zu verstauen. Ist euer Instrument größer als eine Gitarre und liegt euch trotzdem so sehr am Herzen, dass ihr es nicht in den Frachtraum stecken wollt, könnt ihr häufig sogar den freien Sitz neben euch buchen, um das gute Stück sicher an das Ziel zu bringen. Dies ist aber nur möglich, wenn das Instrument nicht größer als ein Cello ist.

Welche Kosten fallen für Sperrgepäck an?

Sperrgepäck ist schwerer und größer als gewöhnliches Reisegepäck. Meist spricht man von Sperrgepäck, wenn die Summe von Höhe, Länge und Breite des Gepäcks mehr als 158 Zentimeter beträgt oder das zulässige Gewicht von 23 Kilogramm überschreitet.

Mit Gepäck am Flughafen
Mit Gepäck am Flughafen

Während manche Fluggesellschaften das Sperrgepäck bei rechtzeitiger Anmeldung als Serviceleistung kostenfrei mitnehmen, fallen bei anderen Airlines saftige Gebühren an. Die Preise und zulässigen Maße sind von Airline zu Airline sehr unterschiedlich. Die meisten Fluggesellschaften verlangen für ein Stück Sperrgepäck bis 23 Kilogramm eine Gebühr von 50 bis 200 Euro.

Die Aufpreise sind jedoch von verschiedenen Komponenten abhängig, nämlich:

  • Flugklasse
  • Zielort
  • Größe und Gewicht des Gepäckstückes
  • Zeitpunkt der Anmeldung
  • Art des Sperrgepäcks

Damit ihr am Flughafen keine böse Überraschung erlebt, haben wir euch die Kosten und Bestimmungen der wichtigsten Fluggesellschaften nachfolgend einmal zusammengefasst.

British Airways

Bis zu einer Länge von 190 Zentimetern und 23 Kilogramm könnt ihr das Gepäck gratis mitnehmen. Bei einer Überschreitung werden Gebühren für Übergepäck im Rahmen von 60 bis 240 USD fällig, die online weitaus günstiger sind als am Schalter. Wenn euer Gepäckstück über 32 Kilogramm wiegt, wird es als Frachtgut versendet und kostet noch mehr.

Condor

Das Maximalgewicht eures Sperrgepäckstückes beträgt 32 Kilogramm, kostet bei einer Kurz-und Mittelstrecke rund 40 bis 65 Euro. Die Gebühren unterscheiden sich nach Länge der Flugstrecke und ein Langstreckenflug wird demnach teurer. Am Schalter ist diese Gebühr um 10 Prozent teurer als am Flughafen-Schalter, wobei das Gepäckstück in jedem Fall bis zu 8 Stunden vor Abflug angemeldet werden muss. Ansonsten wird ohne Anmeldung erneut eine Extra-Gebühr von etwa 60 Euro fällig.

easyJet

Bei easyJet darf euer Sperrgepäck die 32-Kilo-Marke nicht überschreiten. Die Preise variieren zwischen 42 und 49 Euro. Die Anmeldung des Sperrgepäcks könnt ihr bis zu zwei Stunden vor Flugbeginn online vornehmen. Solltet ihr das Gepäckstück erst am Schalter anmelden, zahlt ihr dagegen einen Zuschlag von 14 Euro – insgesamt bis zu 63 Euro.

Reisekoffer auf dem Weg ins Flugzeug
Reisekoffer auf dem Weg ins Flugzeug

Eurowings

Übersteigt euer Gepäck das Gewicht von 23 Kilogramm, zahlt ihr bei Eurowings einen Aufschlag. Rechnet bei Gepäckstücken von 23 bis 32 Kilogramm mit einem Aufschlag von 50 Euro für eine Kurz-und Mittelstrecke und 100 Euro für einen Langstreckenflug. Eure Skiausrüstung bis 32 Kilogramm könnt ihr kostenfrei mitnehmen, allerdings ist die Mitnahme von Kinderwagen und Buggys bei Eurowings nicht möglich.

KLM

Bei KLM darf euer Sperrgepäck als Freigepäck gratis mitgenommen werden, wenn es höchstens 23 Kilogramm wiegt und in der Summe von Höhe, Länge und Breite nicht größer als 158 Zentimeter ist. Ein eventueller Aufpreis ist abhängig vom Flugziel und der Anzahl der Freigepäckstücke – dieser liegt zwischen 30 und 200 Euro. Bei Online-Buchungen bekommt ihr 20 bis 50 Prozent Rabatt.

Lufthansa

Die Lufthansa berechnet für Sperrgepäck eine Gebühr in Höhe von etwa 100 Euro im Inland und bis zu 400 Euro auf Interkontinentalstrecken, wenn das Gepäckstück maximal 52 Kilogramm wiegt und bis zu zwei Meter breit ist.

Allerdings hat diese Airline mit mindestens 32 Kilogramm Gewicht pro Aufgabe-Gepäckstück sehr kulante Freigepäckbestimmungen. Wenn euer Freigepäck und das Sperrgepäck zusammen die 32-Kilo-Marke nicht überschreiten, zahlt ihr nur eine geringe Gebühr von etwa 15 Euro. Am Schalter kommen noch einmal 45 Euro oben drauf, wenn ihr dieses nicht bis zu 24 Stunden vor Abflug anmeldet.

Ryanair

Fliegt ihr mit Ryanair, könnt ihr sperrige Gepäckstücke nur bis zu 20 Kilogramm aufgeben. Bei einer Online-Buchung zahlt ihr dafür etwa 40 Euro und bei der Buchung am Airport, kommen rund 45 Euro oben drauf. Sollte euer Sperrgepäck die 20-Kilo-Marke überschreiten, zahlt ihr dieses als Übergepäck und das kostet je nach Tarif, etwa 5 bis 10 Euro pro Kilogramm.

Swiss Airlines

Innerhalb der Freigepäckgrenze von 23 Kilogramm und dem Gesamtmaß von 158 Zentimeter, bietet Swiss Airlines einen kostenlosen Transport von Sperrgepäck an. Übersteigt euer Gepäckstück diese Maße, kostet es euch 70 Euro innerhalb von Europa und bis zu 400 Euro interkontinental – je nach Größe und Gewicht des sperrigen Gepäckstückes.

TUIfly

Die Gebühr für Sperrgepäck bei TUIfly beträgt 65 Euro – allerdings nur bis zu 30 Kilogramm Gewicht. Überschreitet ihr diese Grenze, zahlt ihr für das jeweilige Übergepäck die Tarife der Airline. Da nur eine begrenzte Ladekapazität in den Fliegern vorhanden ist, müsst ihr euer Sperrgepäck vor Abreise online oder telefonisch anmelden.

United Airlines

Innerhalb der Freigepäckgrenze von bis zu 23 Kilogramm ist der Transport des Sperrgepäcks kostenlos. Ansonsten fallen Gebühren an, über die ihr euch am besten im Rahmen eurer vorzeitigen Anmeldung bei der Airline direkt erkundigen müsst.

Tipps für die Mitnahme von Sperrgepäck

Da sich die Gepäckbestimmungen der Airlines in der Regel immer wieder ändern, solltet ihr euch immer rechtzeitig vor eurem Abflug über die Bedingungen und Kosten der Fluggesellschaft informieren, die euch an euer Ziel bringen wird. Doch nicht nur das – oft gelten auch sehr spezielle Regelungen, wie ihr eure wertvolle Fracht verpacken müsst. Schaut also genau hin und lest auch das Kleingedruckte. Bei eventuellen Unsicherheiten lohnt sich außerdem immer der Griff zum Telefonhörer, denn die Call-Center der Airlines sind meist rund um die Uhr erreichbar und geben kompetente Auskünfte.

Mit dem Rucksack an Bord
Mit dem Rucksack an Bord

Wenn ihr euch vorab über all diese Regelungen und Aufpreise informiert, steht einem sicheren Flug nichts mehr im Wege und außerdem reist ihr durch eine rechtzeitige Anmeldung mitunter sogar günstiger als ohne Vorkenntnisse über sperriges Gepäck.

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