E-Ticket – was ist das eigentlich?


Seit 1. Juni 2008 werden Flugtickets von Airlines nicht mehr auf Papier gedruckt. Stattdessen kommen die sogenannten elektronischen Tickets zum Einsatz, kurz „E-Ticket“ oder „Etix“. Dementsprechend werden die gebuchten Tickets auch nicht mehr auf dem Postweg zugestellt, sondern per E-Mail oder Download, und sind somit sofort verfügbar. Wir verraten euch, wie ihr mit dem E-Ticket umgehen müsst und vieles mehr!

Was sind E-Tickets?

Viele können nach wie vor nichts mit dem Begriff des E-Tickets anfangen und zeigen sich dementsprechend verunsichert, wie sie bei beziehungsweise nach der Buchung eines Fluges vorgehen müssen. Genau genommen handelt es sich beim elektronischen Ticket aber um nichts anderes als den klassischen Flugschein – nur, dass dieser eben nicht mehr in Papierform, sondern digital zugestellt wird. In der Regel wird dieser per E-Mail an den Passagier gesendet und steht dort zum Abruf oder Ausdrucken bereit. Das weitere Vorgehen unterscheidet sich jedoch von Airline zu Airline. Aus diesem Grund sind zumeist in den E-Mails alle wichtigen Informationen für den Passagier enthalten, wie dieser mit dem E-Ticket umgehen soll.

E-Ticket auf dem Smartphone aufrufen

E-Ticket auf dem Smartphone aufrufen

Manchmal müsst ihr dieses also doch noch klassisch in Papierform ausdrucken, ein anderes Mal könnt ihr es am Flughafen gegen eine Bordkarte umtauschen und wieder ein anderes Mal ist das E-Ticket bereits euer vollständiger Boarding Pass, sodass ihr direkt zum Gate gehen könnt. Es ist daher sinnvoll, dass ihr euch einmal genauer mit dem Thema des elektronischen Tickets auseinandersetzt – und damit, wie ihr beim Check-in für euren Flug vorgehen müsst.

Wie wird das E-Ticket angewendet?

Prinzipiell enthält das elektronische Ticket dieselben Informationen wie das frühere Papierticket. Nach dem Empfang der entsprechenden E-Mail kann es also auf ein Endgerät wie einen Laptop oder ein Smartphone heruntergeladen werden. Zudem könnt oder müsst ihr es je nach Airline ausdrucken. Auch bei der Airline ist das E-Ticket mit allen relevanten Informationen elektronisch abgespeichert. Ihr könnt somit entweder mit dem Buchungscode, eurem Personalausweis beziehungsweise Reisepass oder teilweise per Kredit- oder Vielfliegerkarte einchecken.

Auch das Vorzeigen des E-Tickets auf dem Smartphone, Tablet oder einem anderen Endgerät wird bei vielen Airlines am Check-in akzeptiert. Das bedeutet aber natürlich nicht, dass ihr euch nicht dennoch ausweisen müsst, um eure Identität zu bestätigen. Vergesst deshalb keinesfalls eure Ausweisdokumente für den Flug. Mit dem e-Ticket steht euch oftmals zudem die Möglichkeit zum elektronischen Check-in an einem Automaten zur Verfügung. Diese gibt es bereits an vielen deutschen Flughäfen und bringen eine große Zeitersparnis, da ihr die Schlangen an den Schaltern umgehen könnt. Bei einigen Airlines könnt ihr an diesen Automaten sogar selbst euren Gepäckanhänger ausdrucken und anschließend direkt am Gepäckannahmeschalter abgeben. Prinzipiell steht es euch aber frei, ob ihr einen solchen Automaten nutzen oder doch lieber zum klassischen Check-in Schalter gehen möchtet.

Mit E-Ticket am Schalter

Mit E-Ticket am Schalter

Weitere Infos zur Vielfliegerkarte und Bonusmeilen findet ihr hier im Ratgeber für Vielfliegerprogramme.

Was sind die Vorteile?

In erster Linie hat die IATA (International Air Transport Association) das E-Ticket verpflichtend eingeführt, um Kosten für die Airlines zu sparen. Denn während sie das klassische Papierticket noch über acht Euro pro Stück gekostet hat, sind es beim E-Ticket nur noch rund 80 Cent. Dennoch sind die geringeren Kosten längst nicht der einzige Vorteil und somit Grund, weshalb das elektronische Ticket zum neuen Standard geworden ist:

  • Das E-Ticket ist nach der Bestellung sofort verfügbar. So sind kurzfristige Buchungen möglich.
  • Gebührenintensive Flugscheinhinterlegungen am Flughafen sind nicht mehr notwendig.
  • Durch den Check-in an einem Automaten sparen Passagiere viel Zeit und Airlines Personal.
  • Auch das Gepäck kann mithilfe von Automaten eigenständig eingecheckt werden.
  • Das elektronische Ticket kann nicht verloren gehen oder vergessen werden.
  • Passagiere können beim elektronischen Check-in ihren Sitzplatz im Flugzeug selbst auswählen.
  • Die Vorlage des Flugscheins ist bei vielen Fluglinien nicht mehr notwendig.
  • Sämtliche Buchungsdaten sind bei der Airline elektronisch gespeichert und jederzeit verfügbar.
  • Umbuchungen oder andere Änderungen am Flugschein sind schneller sowie günstiger möglich.

Alles in allem hat die Umstellung auf das E-Ticket das Reisen per Flugzeug also unkomplizierter, schneller und somit auch komfortabler gemacht.

Welche Daten stehen im E-Ticket?

Wie bereits erwähnt, enthält das E-Ticket alle wichtigen Angaben zum Passagier und seinem gebuchten Flug. Allerdings werden diese in standardisierten Masken hinterlegt, oftmals mit entsprechenden Abkürzungen oder Codes, sodass sie für den Passagier selbst nicht immer verständlich sind. Das ist nicht weiter schlimm, schließlich wird der Flugschein elektronisch ausgelesen. Dennoch ist es interessant zu wissen, welche Informationen im E-Ticket enthalten sind:

  • Ticketnummer des E-Tickets
  • Reservierungsnummer
  • Destination
  • Ort der Ticketausstellung
  • Datum der Ticketausstellung
  • IATA-Nummer der ausstellenden Agentur
  • Vor- und Nachname des Fluggastes
  • Anrede
  • Namenszusätze
  • Geburtsdatum
  • Passagierstatus (Adult, Child, etc.)
  • Couponstatus
  • Streckenführung
  • Fluggesellschaft
  • Flugnummer
  • Reservierungsklasse
  • Abflugdatum
  • Abflugzeit
  • Reservierungsstatus
  • Tarifbezeichnung
  • Gültigkeit
  • Freigepäck
  • Flugpreis
  • Steuern
  • Einschränkungen
  • Zahlungsweise

Obwohl das E-Ticket also auf den ersten Blick wenig aussagekräftig wirkt, liefert es alle notwendigen Infos für den Check-in.

E-Tickets enthalten viele Informationen

E-Tickets enthalten viele Informationen

Ein E-Ticket für mehrere Flüge?

Ein erklärtes Ziel der Umstellung auf E-Tickets war der einfachere Datenaustausch zwischen den unterschiedlichen Fluglinien. Dennoch ist dieses sogenannte „E-Interlining“ bislang nur bedingt möglich. Dementsprechend gilt ein E-Ticket in vielen Fällen nur für einen Flug beziehungsweise eine Flugstrecke (mit eventuellen Zwischenstopps) bei derselben Airline. Bei anderen Flügen oder auch den Rückflügen müsst ihr in der Regel erneut einchecken. Wenn ihr also nicht sicher seid, ob ihr innerhalb einer Airline-Allianz fliegt und in dem jeweiligen Zielland bereits die e-Tickets eingeführt wurden, nehmt den Flugschein für den Notfall zusätzlich in Papierform mit.

Gültigkeit von E-Tickets im Ausland

Während in Deutschland das E-Ticket mittlerweile fast ausnahmslos umgesetzt wird, ist das in vielen anderen Ländern noch nicht der Fall. So könnt ihr bei der Ein- oder Rückreise eventuell Probleme bekommen, wenn ihr ausschließlich per E-Ticket reisen möchtet. Das gilt beispielsweise für viele Länder in Nordafrika oder bei Flügen von und nach Russland. Auch hier empfiehlt sich daher zur Sicherheit das zusätzliche Ticket in Papierform. In einigen Ländern müsst ihr bei der Einreise, um ein entsprechendes Visum zu erhalten, zudem eine Bestätigung über euren Rückflug vorlegen. Dabei reicht das E-Ticket nicht immer aus. Tragt deshalb unbedingt das ausgedruckte „Itinerary Receipt“ mit euch. In solchen Fällen könnt ihr bei der Airline gegen eine Gebühr das Papierticket nachbestellen. Die Kosten liegen bei rund acht Euro.

E-Ticket ausdrucken – ja oder nein?

Es gibt also viele gute Gründe dafür, das E-Ticket, welches euch per E-Mail zugeschickt wird, in Papierform auszudrucken. Bei einigen Fluggesellschaften ist das für den Check-in noch notwendig. In der E-Mail findet ihr in der Regel entsprechende Informationen. Seid ihr euch unsicher, so könnt ihr auch vorab bei der Airline nachfragen, ob ihr das E-Ticket ausgedruckt oder sogar das Papierticket benötigt. In den meisten Fällen ist das bei Flügen innerhalb von Europa oder auch nach Nordamerika, Australien, Neuseeland, Kanada und anderen digitalisierten Ländern aber nicht notwendig. In diesen Fällen ist es umweltschonender und komfortabler, ganz auf das Ausdrucken zu verzichten. Diese Frage lässt sich also nicht pauschal beantworten und sollte im Einzelfall entschieden werden.

Mit E-Ticket-Ausdruck am Airport

Mit E-Ticket-Ausdruck am Airport

Regelungen bei deutschen Anbietern

Obwohl das E-Ticket an sich verpflichtender Standard ist, gibt es je nach Airline immer noch große Unterschiede beim Umgang mit dem elektronischen Check-in. Es lohnt sich daher ein Blick auf die verschiedenen Airlines und ihre Regelungen:

Lufthansa

Bei Flügen der Lufthansa kann das e-Ticket für den Online-Check-in sowie den Check-in per SMS genutzt werden. Das Ausdrucken des Flugscheins ist also im Regelfall nicht notwendig. Für den unwahrscheinlichen Fall, dass das System einmal versagt, hat die Fluglinie ein standardisiertes Vorgehen, um den Flugbetrieb dennoch aufrechterhalten zu können. Für die Passagiere bringt das E-Ticket zahlreiche Vorteile wie die freie Sitzplatzwahl beim Online-Boarding mit sich. Zudem können über die Lufthansa E-Tickets bei ihren Partnern der „Star Alliance“ gebucht werden, wozu beispielsweise die Air Canada, Singapore Airlines oder TAP Portugal und United gehören.

Eurowings

Auch bei der Lufthansa-Tochter Eurowings kommen mittlerweile die E-Tickets zum Einsatz. Nach der Buchung eines Eurowings-Fluges erhalten die Passagiere eine Buchungsnummer mit entsprechender e-Ticketnummer. Diese können sie anschließend für den Check-in am Schalter oder alternativ am Automaten, beim Online-Check-in oder Mobile-Check-in nutzen. Anschließend erhalten sie eine Bordkarte – entweder in Papierform oder digital per E-Mail zum Ausdrucken.

Condor

Condor setzt ebenfalls auf das elektronische Ticket – wie fast 150 weitere Airlines. Das Besondere: Hier könnt ihr mit dem E-Ticket ab 24 bis zwei Stunden vor dem Abflug den Online-Check-in nutzen. Ihr erhaltet nach der Buchung eures Condor-Fluges also schon vorab die Bordkarte zum Ausdrucken und spart euch somit das Warten am Flughafen. Möglich ist zudem die sogenannte mobile Bordkarte auf einem Smartphone oder Tablet. Wer nur mit Handgepäck reist, kann somit direkt zum Gate. Dennoch solltet ihr vor allem im Ausland prüfen, welche Flughäfen den Mobile-Check-in unterstützen.

Schnell und einfach zum E-Ticket

Schnell und einfach zum E-Ticket

Rail and Fly

Die Deutsche Bahn hat mittlerweile ebenfalls eine Form der E-Tickets eingeführt. Dennoch könnt ihr für das „Rail & Fly“ bislang nicht dasselbe Ticket nutzen. Während ihr bei den meisten Airlines bereits mit Personalausweis, Kreditkarte oder anderen Dokumenten – sprich ohne Ticket – einchecken könnt, gilt das nicht für die Zugverbindungen. Hierbei ist es nach wie vor erforderlich, dass ihr euer E-Ticket auf einem Mobilgerät oder in ausgedruckter Form vorzeigen könnt. Bucht ihr also ein „Rail and Fly“-Angebot, erhaltet ihr für die Zugfahrt ein gesondertes Ticket in der E-Mail mit der Buchungsbestätigung. Manchmal ist dafür sogar eine weitere Onlinebuchung notwendig. Auch einige Fluggesellschaften bieten „Rail & Fly“ nach wie vor nur mit Papierticket an. Findet ihr nicht alle Informationen in der E-Mail, empfiehlt sich das rechtzeitige Nachhaken bei eurem Reiseveranstalter.

Ihr wollt Rail & Fly nutzen? Dann direkt weiter zu unserem Rail & Fly Ratgeber!

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