Ägypten: Das können Sie aus dem Fall Laura Plummer lernen

Bild Zollbestimmungen für ÄgyptenUnglaublich naiv gewesen und unglaubliches Pech gehabt. So könnte man den Fall Laura Plummer zusammenfassen. Weil sie ihrem Ehemann Schmerztabletten mit nach Ägypten bringen wollte, sitzt sie seit Wochen im Gefängnis – Ausgang ungewiss.

Die Ein- und Ausfuhrbestimmungen im Reiseland zu kennen, ist für alle Urlauber von großer Wichtigkeit. Nur so kann vermieden werden, dass man unwissentlich gegen geltendes Recht verstößt. So geschehen im Fall der Britin Laura Plummer, der seit Tagen in den Medien Widerhall findet.

Britin führt unerlaubt Schmerzmittel nach Ägypten ein

Die 33-Jährige reist seit der Hochzeit mit ihrem Mann Omar etwa alle drei bis vier Monate nach Ägypten, um ihn zu besuchen. So auch am 9. Oktober, der ihr Unglückstag werden sollte. Denn dieses Mal hat Plummer Schmerztabletten im Gepäck. Für viele Urlauber normaler Bestandteil der Reiseapotheke, hat doch der Großteil der Reisenden für den Ernstfall einen Blister Paracetamol oder Aspirin dabei. Die junge Frau hatte jedoch in größeren Dimensionen gepackt und gleich 290 Tabletten des starken Schmerzmittels Tramadol und etwas Naproxen dabei, das ebenfalls Schmerzen lindert. Während Tramadol in ihrer Heimat England zumindest verschreibungspflichtig ist, ist es in Ägypten jedoch verboten. Aus gutem Grund: Das morphinartige Medikament kann auch als Ersatz für Heroin verwendet werden und macht schnell abhängig. Laura Plummer wollte das Mittel nach Angaben ihrer Familie lediglich ihrem Mann zukommen lassen, der seit einem Unfall an starken Rückenschmerzen leide.

Schwere Konsequenzen für naives Verhalten

Weder die Menge noch die Wirkung des Arznei-Mitbringsels machten die junge Ehefrau jedoch stutzig und so kam es, wie es kommen musste: Bei einer Kontrolle entdeckten ägyptische Beamte die fast 300 Tabletten obenauf im Koffer der Reisenden. Plummer hatte das Medikament nicht einmal versteckt, in dem Glauben, nichts Unrechtes zu tun. Am Flughafen Hurghada wurde sie schließlich fünf Stunden festgehalten, ohne sich mit Hilfe eines Dolmetschers verständigen zu können. Schließlich habe sie sogar ein arabisches Dokument unterschrieben, weil sie glaubte, sie käme dadurch auf freien Fuß. Stattdessen sitzt die 33-jährige Britin seit Oktober in einer Gemeinschaftszelle eines ägyptischen Gefängnisses. Obwohl das Auswärtige Amt Großbritanniens die Familie der Inhaftierten unterstützt, ist noch unklar, ob und wann Plummer freigelassen wird. Denn wegen der Einfuhr des verbotenen Medikaments drohen ihr bis zu 25 Jahren Haft, im schlimmsten Fall sogar die Todesstrafe.

Informationspflicht zur Aus- und Einfuhr von Waren

Doch was können Reisende aus dem tragische Fall von Laura Plummer lernen, der doch vermeidbar gewesen wäre? Die Informationspflicht steht für jeden Urlauber an erster Stelle. Wer eine Pauschalreise bucht, erhält meist vom Reiseveranstalter eine Übersicht über die wichtigsten Ein- und Ausreisebestimmungen. Zudem kann ein ergänzender Blick auf die Seiten des deutschen Auswärtigen Amtes nicht schaden, auf denen Zollvorschriften und besondere strafrechtliche Vorschriften Erwähnung finden. Wollen Reisende eine bestimmte Ware in ein Land einführen und finden keine Hinweise dazu, können sie auch in Kontakt mit der Botschaft des Ziellandes treten, um sich abzusichern.