Deutschland: Warnstreiks auch an Ostern?

Gewerkschaften in Deutschland haben weitreichende Warnstreiks im öffentlichen Dienst noch vor Ostern angekündigt. Davon könnten auch Reisende betroffen sein, die kurz vor Ostern unterwegs sind.

Die Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes in Deutschland wollen ein Zeichen gegen die stockenden Tarifverhandlungen setzen und ihre Warnstreiks ab sofort ausweiten. Verdi und Beamtenbund warfen den Arbeitgebern am Dienstagabend vor, den erfolgreichen Fortgang der Verhandlungen zu verschleppen oder gar zu blockieren. 2,3 Millionen Beschäftige sind vom Tarifkonflikt mit Bund und Kommunen betroffen, deren zweite Verhandlungsrunde nun auch ohne Ergebnis geblieben ist.

Flugreisende vor Ostern von Warnstreiks betroffen

Zu den Arbeitnehmern, die in Warnstreiks treten könnten, gehören unter anderem Erzieher und Sozialarbeiter, auch Beschäftigte bei der Müllabfuhr und Straßenreinigung, in städtischen Krankenhäusern und bei der Stadtverwaltung, Feuerwehrleute, Straßenwärter und Bundespolizisten. Auch der Betrieb an den deutschen Flughäfen könnte gestört werden, gehören doch auch die Bodenverkehrsdienste den Kommunen an. Zwar hat Verdi-Chef Frank Bsirske bereits mitgeteilt, dass die Osterferien, die für viele Familien ohnehin ein teures Vergnügen werden könnten, nicht der passende Zeitpunkt für Warnstreiks seien. Doch dass es vor Ostern noch zu Aktionen an Flughäfen in Deutschland kommt, sei sehr wahrscheinlich. Von den Warnstreiks im öffentlichen Dienst könnten dann am ehesten jene Urlauber betroffen sein, die noch vor Ostern abreisen wollen. Ebenfalls Augen und Ohren offenhalten sollten alle Reisende, die noch ein Reisedokument bei ihrer zuständigen Behörde in Auftrag haben. Bei einem Warnstreik vor Ostern könnte dieses unter Umständen nicht rechtzeitig ausgehändigt werden, weil es noch nicht ausgestellt wurde oder die Behörde bei der Abholung unplanmäßig geschlossen hat.

Verhandlungen gehen im April weiter

Ob und wann die Beschäftigten im öffentlichen Dienst zu einer Einigung mit ihren Arbeitgebern, dem Bund und den Kommunen, kommen, ist noch nicht abzusehen. Bis zu nächsten Verhandlungsrunde am 15. und 16. April 2018 ist deshalb immer wieder mit Warnstreiks zu rechnen. Die Gewerkschaften Verdi und Beamtenbund dbb fordern etwa sechs Prozent mehr Lohn und wenigstens 200 Euro mehr für ihre Beschäftigten monatlich. Die 200 Euro sollten vor allem den mittleren und unteren Lohngruppen zu Gute kommen, werden von den Arbeitgebern aber kategorisch abgelehnt. Das Gesamtpaket in Höhe von bis zu sechs Milliarden Euro würde vor allem die Kommunen stärker belasten Wie erfolgreich die dritte Verhandlungsrunde Mitte April wird, darf auch deshalb noch angezweifelt werden.

Sag uns Deine Meinung zu diesem Thema

* Pflichtfelder